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Kategorie: Philosophie

Dass Sport für alle da sein soll - auch für Zitat Nora Hespers: "Frauen - das ist ein relativ neues Phänomen."

Episode 33: Sport als gesellschaftspolitische Bewegung

In schöner Regelmäßigkeit fordern bestimmte Gruppen von Fußballfans: „Politik raus aus den Stadien!“ – meist dann, wenn sich ein Verein mal wieder deutlich gegen Rechtsextremismus stellt oder gegen Diskriminierung und Homophobie ausspricht. Da stellen sich Rita und Nora die Frage: Geht das überhaupt? Ist Sport als Teil der Gesellschaft nicht per se immer auch politisch? Oder ist die Forderung gerechtfertigt und wenn ja, unter welchem Gesichtspunkt? Dazu lohnt sich ein Blick zurück in die Sportgeschichte der Neuzeit – und allzu weit müssen wir da gar nicht gucken. Egal ob im britischen „Sports“ oder in der olympischen Bewegung – Sport und gesellschaftspolitische Entwicklungen sind enger miteinander verknüpft als es auf den ersten Blick scheint. Und unsere heutige Vorstellung von Fairness und gleichen Chancen im Sport sind auch noch nicht allzu alt.

Ritas Literaturliste:

  • Behringer, Wolfgang: Kulturgeschichte des Sports. München 2012.
  • Böhme, Gernot: Ethik leiblicher Existenz. Frankfurt/Main 2008.
  • Court, Jürgen/Eckhard Meinberg (Hrsg.): Klassiker und Wegbereiter der Sportwissenschaft. Stuttgart 2006.
  • Huizinga, Johan: Homo ludens. Versuch einer Bestimmung des Spielelements in der Kultur. Amsterdam 1939.
  • Krüger, Michael (Hrsg.): Handbuch Sportgeschichte. Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport. Schorndorf 2010.
  • Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Stuttgart 2000.
  • Sloterdijk, Peter: Du mußt Dein Leben ändern. Frankfurt/Main 2009.

Link zum Thema Sport und Politik:

Sportentwicklung in Europa unter Einbeziehung von Frauen | erschienen in Aus Politik und Zeitgeschichte B26/2004, Erscheinungsdatum: 17.06.2004 von Ilse Hartmann-Tews, abgerufen am 06.04.2018

Der Titel des Podcast: Political Correctness und die Frage nach dem Kontext

Episode 32: Political Correctness und die Frage nach dem Kontext

Political Correctness – oder auf deutsch: Politische Korrektheit – ist immer wieder Anlass für heftige Diskussionen. Egal ob im Freundeskreis, unter Arbeitskollegen oder in sozialen Netzwerken. Die einen meinen, man dürfe nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, andere meinen sehr wohl, dass das nötig sei. Aber gibt es ein Recht darauf „frei Schnauze“ zu sprechen? Warum brauchen wir so etwas wie political correctness überhaupt. Und was ist mit denen, die sich da eben nicht dran halten? Ganz ehrlich: Ein bisschen hatten wir Angst, uns in dieser Folge erstmalig in die Haare zu bekommen. Aber es ist – wie immer – kompliziert. Und die Argumentenlage pro und contra ist in beide Richtungen überzeugend. Und dann ist da auch noch das Ding mit dem gesellschaftlichen Wandel: Denn was genau politisch korrekt ist, ändert sich genauso, wie sich eben auch Sprache und Gesellschaft überhaupt ständig verändern. Wie also können wir mit dem Thema umgehen, ohne den Sprechakt zum „Fettnäpfchen-Wetthüpfen“ zu machen?

Ritas Literaturliste:

  • Austin, John: Zur Theorie der Sprechakte. Stuttgart 1979.
  • Butler, Judith: Hass spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin 1998.
  • Frank, Manfred: Das Sagbare und das Unsagbare. Frankfurt/Main 1980.
  • Mangold, Ijoma: Das deutsche Krokodil. Reinbek bei Hamburg 2017.
  • Neiman, Susan: Moralische Klarheit. Leitfaden für erwachsene Idealisten. Hamburg 2010.
  • Dies.: Warum erwachsen werden? Eine philosophische Ermutigung. Berlin 2015.
  • Pfaller, Robert: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur. Frankfurt/Main 2017.
  • Searle, John: Sprechakte. Frankfurt/Main 1983.
Der Titel des Podcasts: Die Privatsphäre einer sterbenden Tulpe

Episode 31: Die Privatsphäre einer sterbenden Tulpe

Was hat eine Tulpe kurz vor dem Verblühen eigentlich mit Öffentlichkeit zu tun? Erstaunlich viel, vor allem, wenn wir eh gerade über die Spähren von Öffentlichkeit und Privatheit sprechen. Und das ist weit komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Denn in Zeiten von Smartphones, in Zeiten, in denen sich fast jeder Mensch per Foto oder Video Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit verschaffen kann, spielt noch ein ganz anderer Faktor mit in dieses Thema rein. Nämlich die Frage danach, was gehört eigentlich veröffentlicht?

Eine Tulpe vor dem Rechner auf dem das Programm zu sehen ist, mit dem gerade diese Folge geschnitten wird

Was empfinden wir noch als privat, wenn zum Beispiel Youtuber aus ihrem Wohnzimmer senden und uns fortwährend Einblick in ihr – vermeintliches – Privatleben gewähren? Achtung, diese Folge erhält einen Rant und ein bisschen „Moralapostelscheiße“. Aber es geht auch um eine ziemlich wichtige Frage. Nämlich was überhaupt veröffentlicht gehört und wie wir im digitalen Zeitalter mit bestimmten Informationen umgehen. Explizite Sprache nicht ausgeschlossen …

In dieser Folge entsteht so viel Gehirnfutter, dass Rita und Nora am Ende selber etwas ratlos dastehen mit all den Begrifflichkeiten. Das war definitiv nicht die letzte Folge zu diesem Thema.

 

Ritas Literaturliste:

  • Becker, Michael / Schmidt, Johannes/Zintl, Reinhard: Politische Philosophie. 4. Auflage. Paderborn 2017.
  • Gehl, Jan: Leben zwischen Häusern: Konzepte für den öffentlichen Raum. Berlin 2012.
  • Geuss, Raymond: Privatheit. Eine Genealogie. Frankfurt/Main 2002.
  • Esposito, Roberto: Communitas. Ursprung und Wege der Gemeinschaft. Zürich 2004.
  • Sennett, Richard: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Frankfurt/Main 1986.
"Wenn wir verlernen, dass es andere Weisen gibt, Zeit wahrzunehmen als Taktung, dann wird es schwierig."

Episode 30: Nicht domestizierte Zeit und „rasender Stillstand“

Warten. Puh. Laaaangweilig! Oft zumindest. Und ärgerlich. Im Stau zum Beispiel. Oder wenn wir mal wieder die falsche Kasse im Supermarkt erwischt haben. Oder wenn wir nach einer stressigen Woche aufs Wochenende warten. Es gibt aber auch Menschen, die das Warten als willkommene Auszeit wahrnehmen. Die in der Lage sind, einfach inne zu halten. Wie Wibke zum Beispiel, die uns einen Text zum Warten geschicht hat und der wir auch das Thema für diese Ausgabe verdanken. Und deshalb sprechen wir in dieser Folge über das Warten. Über getaktete Zeit und ob wir verlernt haben, mit Störungen umzugehen.

„Die eigene Haltung ist immer eingelagert in soziale Prozesse. Und wenn das gesamtgesellschaftlich kaum vorkommt, dass es Wartezeiten geben kann, Erwartungszeiten, dass mal bestimmtes auch ausbleibt, dass man da nix machen kann und man das trotzdem zu akzeptieren hat, wenn das insgesamt gesellschaftlich und ökonomisch und so weiter sozusagen kaum erwünscht ist, also wenn wir uns tatsächlich in einer Zeit der Beschleunigung befinden, wie Hartmut Rosa das diagnostiziert hat, dann ist es natürlich schwierig individuell daraus auszusteigen.“

Rita Molzberger über das Warten

Ritas Literaturliste:

  • Derrida, Jacques: Dem Archiv verschrieben. Berlin 1997.
  • Dörpinghaus, Andreas / Ina-Katharina Uphoff: Die Abschaffung der Zeit. Darmstadt 2012.
  • Koller, Hans-Christoph: Über die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Bildungsprozessen. Zu Imre Kertész’ Roman eines Schicksallosen. In: Ders./ Markus Rieger-Ladich: Grenzgänge. Pädagogische Lektüren zeitgenössischer Romane. Bielefeld 2005.
  • Rosa, Hartmut: Beschleunigung und Entfremdung. Berlin 2013.
  • Virilio, Paul: Fahren, fahren, fahren. Berlin 1978.
Zitat Rita: "Wenn ich nur auf Anpassung hin erziehe, auch politisch erziehe, dann passiert einfach nichts Neues."

Episode 29: Von Widerstand und Kritikäffchen

Gibt es eine Pficht zum Widerstand? Das hier ist eine echte Folge 2. Eine Fortsetzung. Denn wir haben uns so lange mit dem Hannah Arendt Zitat: „Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen BEI KANT“ beschäftigt, dass wir die entscheidende Frage gar nicht klären konnten. Wenn es kein Recht zu gehorchen gibt, gibt es dann eine Pflicht zum Widerstand?
Um das zu klären lohnt sich natürlich erst mal zu fragen: Was ist denn Widerstand? Oder besser: Wann ist denn was eigentlich Widerstand? Und reicht nicht auch Widerspruch? Wie viel davon verträgt denn eine Demokratie? Ihr merkt schon, das wird wieder eine bunte Reise durch verschiedene Perspektiven auf das Thema. Beginnend bei der Vita Activa von Hannah Arendt.

Und damit ihr zwischendurch mal kurz spingsen könnt, hier mal die kurze Zusammenfassung der drei Schritte. Vielleicht hilft das beim Hören.

  1. Stufe: Das Arbeiten -> machen wir, um am Leben zu bleiben und unsere Gattung zu sichern. Für Hannah Arendt geben wir damit eine Antwort auf unsere Sterblichkeit.
  2. Stufe: Das Herstellen von Gegenständen und Kulturgegenständen -> ist Immortalität. Da spielt die individuelle Sterblichkeit keine Rolle
  3. Stufe: Das Handeln -> dazu gehört auch das Sprechen. Es ist notwending zum Bilden von politischen Gemeinschaften.

Der Aktivist, der für Datenschutz und damit gegen Teile der AGB von zum Beispiel Facebook kämpft, heißt Max Schrems. Er hat eine NGO gegründet: NOYB – übersetzt: None of your business.

Die Veranstaltungsreihe Köln spricht findet ihr zum Beispiel auf Facebook, Youtube und Twitter. Inzwischen gibt es diese Veranstaltung auch in anderen Städten.

Ritas Literaturliste:

  • Bieri, Peter: Wie wollen wir leben? München 2013.
  • Hessel, Stéphane: Empört Euch! Berlin 2011.
  • Ders., im Gespräch mit Gilles Vanderpooten: Engagiert Euch! Berlin 2011.
  • Horster, Detlef: Politik als Pflicht. Studien zur politischen Philosophie. Frankfurt/Main 1993.
  • Masschelein, Jan/ Maarten Simons: Globale Immunität oder Eine kleine Kartographie des europäischen Bildungsraumes. Zürich 2005.
  • Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. Eine Einführung. Bonn 2010.
Zitat von Hannah Arendt: "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen bei Kant"

Episode 28: Geschwimmflügelte Worte

Eine Diskussion darüber, ob man sich in bestimmten Situationen „brav“ ist und sich lieber nicht einmischt oder im Gegenteil sich nicht doch auf jeden Fall einmischen muss, hat ein altbekanntes Zitat wieder an die Oberfläche gespült: „Niemand hat das Recht zu gehorchen!“ – So stand das Zitat zumindest vor gut zwei Jahren auf einem Infoscreen in der Berliner U-Bahn. Autorin des Zitats: Hannah Arendt. War zumindest so angegeben.Beim Googlen nach dem Zitat fällt dann aber auf. Das hat Hannah Arendt zwar fast so gesagt, aber es fehlten zwei entscheidende Dinge: ersten die beiden Wörtchen „bei Kant“ – und zweitens der Kontext.Und so stellen sich Rita und Nora der Frage, inwieweit der Kontext zwingend notwendig ist für das Hannah Arendt Zitat und ob es nicht doch in seiner Verkürzung trotzdem noch Sinn ergeben kann.

Quellen zum Hannah-Arendt-Zitat:

„Niemand hat das Recht zu gehorchen“ | falschzitate.blogspot.de

Das Zitat beginnt ab ca. 16:20 Minuten

Ritas Literaturliste:

  • Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung. Frankfurt/Main : Suhrkamp. 2006.
  • Arendt, Hannah: Das Urteilen. Texte zu Kants Politischer Philosophie. München : Pieper. 1998.
  • Breier, Karl: Hannah Arendt zur Einführung. Hamburg : Junius. 2011.
  • Neiman, Susan: Warum erwachsen werden? Eine philosophische Ermutigung. Berlin: Hanser. 2015.
  • Rasper, Martin: „No sports“ hat Churchill nie gesagt. Das Buch der falschen Zitate. Salzburg, München: Ecowin. 2017.
  • Straßenberger, Grit: Hannah Arendt zur Einführung. Hamburg : Junius. 2015.

Episode 25: Die Natur will das so!

Ein Araber-Hengstfohlen hat im Oktober 2017 die Netzwelt aufgewühlt! Seine Besitzer deklarieren es als „perfekte“ Züchtung und lassen sich feiern. Für viele andere Menschen ist diese Züchtung die Groteske eines Pferdes: Seepferdchenschnauze, Glubschaugen – Disney persönlich hätte es nicht besser zeichnen können. Vielen Tierärzten ist das Aussehen wiederum egal, sie beschäftigt die Frage, ob das Pferd überhaupt genug Luft bekommt.

Rita und Nora wiederum beschäftigt die Frage, wieso der Mensch überhaupt züchtet. Und ob beziehungsweise inwieweit Zucht moralisch vertretbar ist. Denn wenn der Mensch eingreift, werden die relevanten Merkmale nicht durch die Evolution bestimmt. Sondern zum Beispiel durch den Nutzen, den bestimmte Merkmale – egal ob bei Tieren oder Pflanzen – für den Menschen haben. Oder es werden ästhetische Merkmale bestimmt. Wo sind die Grenzen? Dürfen wir Tiere züchten, nur um sie anschließend zu töten und zu verspeisen? Und was ist mit Qualzuchten bei Hunden und Katzen? Tiere, denen Merkmale angezüchtet werden, die sie eigentlich krank machen. Ist das legitim?

Ritas Literaturliste:

  • Duve, Karen: Anständig essen. Ein Selbstversuch. 2. Auflage. Berlin: Galiani. 2011.
  • Foer, Jonathan Safran: Tiere essen. 6. Auflage. Köln: Kiepenheuer & Witsch. 2010.
  • Ladwig, Bernd: Das Recht auf Leben? Nicht nur für Personen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 1/2007. Berlin: De Gruyter.
  • Nagel, Thomas: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie. Stuttgart: reclam. 1990.
  • Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung. Stuttgart: Reclam. 2001. [Original 1762]
  • Rousseau, Jean-Jacques: Träumereien eines einsamen Spaziergängers. Stuttgart: Reclam. 2003. [1787/88]
  • Singer, Peter: Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere. Reinbek: Rowohlt. 1996.
  • Wolf, Ursula/Jens Tuider: Tierethische Positionen. [Mit weitergehenden Literaturhinweisen!] Abrufbar über die Website der Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/176364/tierethische-positionen?p=all

Links:

Experiment öffentliche Schlachtung | Video bei Facebook über 1LIVE

Qualzucht: Pimp my dog | Video bei Facebook von Jäger & Sammler

Überzüchtetes Seepferchen-Pferd | Beitrag bei Deutschlandfunk Nova

Übergriffe des Menschen auf die Natur | Beitrag bei Deutschlandfunk Nova

Zitat von Rita: Es ist eine Tragikomik in der wir leben, dass wir versuchen, es gut zu machen und die einzige Antwort dann der Tod ist. Für alle.

Episode 24: Hoffnung – Denken Sie groß!

Ende November dreht die Band Erdmöbel zusammen mit Judith Holofernes das Video zum neuen Song „Hoffnungsmaschine“ auf dem Ebertplatz in Köln. Einem – so kommt es vielen vor – hoffnungslosen Ort mitten in der Stadt. Nora ist beim Dreh vor Ort – und seitdem beschäftigt sie der Song. Wo brauchen wir eigentlich Hoffnung im Alltag? Ist es eine Art moderner Hoffnungslosigkeit, dass wir aktuell anscheinend nur den Ist-Zustand verwalten, anstatt hoffnungsvoll eine bessers Zukunft zu gestalten? Rita hat sich dem Thema aus einer politischen Betrachtung her genähert. Große Visionen und Utopien als Ausdruck einer Hoffnung auf ein bessers Leben. Sie sagt: „Hoffnung ist ein Möglichkeitsentwurf in Zukunft“, der aber auch das Scheitern mit einbezieht.

Der Song „Hoffnungsmaschine“ von Erdmöbel und Judith Holofernes:

Ritas Literaturliste:

  • Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung. 3 Bände. 10. Auflage. Frankfurt /Main: Suhrkamp. 2013. [Original 1954-1959]
  • Boethius: Trost der Philosophie. Köln: Anaconda. 2006.
  • Comenius, Johann Amos: Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens. Weimar: Gustav Kiepenheuer Verlag. 1958 [Original 1631]
  • Marcel, Gabriel: Philosophie der Hoffnung. München: Paul List. 1957.
  • Morus, Thomas: Utopia. Übersetzt von Hermann Kothe. Köln: Anaconda. 2007. [Original 1516]
Zitat von Rita: Die Langeweile scheint mir die hässliche kleine Schwester der Muße zu sein, weil da die Sinnzuweisung fehlt.

Episode 23: Die hässliche kleine Schwester der Muße

Langeweile. Die größte Angst des modernen Menschen. Dann doch lieber Ablenkung suchen. Ständig beschäftigt sein. Denn diese gähnende Leere gilt es tunlichst zu vermeiden. Aber was ist eigentlich Langeweile? Warum kann uns auch dann langweilig sein, wenn wir eigentlich beschäftigt sind? Und warum wird Langeweile oft als Motiv herangezogen, wenn sich zum Beispiel Jugendliche daneben benehmen oder gar gewalttätig werden. Wir gehen der Langeweile auf den Grund, beschäftigen uns mit Muße und Monotonie und machen einen kleinen kulturgeschichtlichen Exkurs. Dabei begegnen wir unter anderem dem Mittagsdämon. Uahhhh!!! Der war nämlich die Verkörperung der Langeweile im Mittelalter.

Ritas Literaturliste:

  • Bellebaum, Alfred: Langeweile, Überdruss und Lebenssinn. Eine geistesgeschichtliche und kultursoziologische Untersuchung. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1990.
  • Decher, Friedhelm: Besuch vom Mittagsdämon. Philosophie der Langeweile. 2. Auflage. Springer: zu Klampen Verlag. 2003.
  • Doehlemann, Martin: Langeweile. Deutung eines verbreiteten Phänomens. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1991.
  • Heidegger, Martin: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Freiburger Vorlesung Wintersemester 1929/30. Frankfurt/ Main: Vittorio Klostermann. 2010.
  • King, Vera/ Gerisch, Benigna (Hrsg.): Zeitgewinn und Selbstverlust. Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Frankfurt/Main: Campus Verlag. 2009.
  • Safranski, Rüdiger: Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. München: Hanser. 2015.
  • Svendsen, Lars: Kleine Philosophie der Langeweile. Frankfurt/Main und Leipzig: Insel Verlag. 2002.
Zitat von Kraftklub aus dem Song Wie ich "Du bist gut, so wie du bist, bleib' dir treu Oder ich reiß' einfach alles ein und bau' die Scheiße neu"

Episode 22: Wer sagt da Ich beim Treueschwur?

Das einzig Beständige im Leben ist die Veränderung. Nicht nur unser Körper verändert sich beständig, auch unsere Psyche passt sich den Umständen an. In unterschiedlichem Maße, aber jeder Mensch lernt. Allein das bedeutet Veränderung. Wie also können wir, um die Veränderung wissend, Beständigkeit versprechen? Wie können wir einen Treueschwur ableisten? Was macht uns loyal? Und warum? Rita und Nora bemühen sich um eine Unterscheidung der Begriffe Treue und Loyalität. Und landen vor allem erst mal bei sich selbst. Denn am Ende ist es schon schwer genug, sich selbst treu zu sein. Zumindest solange man gar nicht weiß, wer dieses Ich überhaupt ist, dem wir treu sein sollen – oder das am Ende vielleicht auch anderen die Treue verspricht.

Ritas Literaturliste:

  • Buber, Martin: Zur Verdeutschung der Preisungen. Beilage zu Das Buch der Preisungen. Heidelberg: Lambert Schneider. 1958.
  • Horkheimer, Max/ Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung. Frankfurt/Main: Fischer. 1969.
  • Husserl, Edmund: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie. Hamburg: Meiner. 2007.
  • Knipp, Jens/ Meier, Frank (Hrsg.): Treue zur Wahrheit: Die Begründung der Philosophie Alain Badious. Münster: Unrast Verlag. 2010.
  • Koller, Hans-Christoph: Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Stuttgart: Kohlhammer. 2011.
  • Kraftklub: Wie ich. Album In Schwarz. 2014.
  • Rosa, Hartmut: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. (Hierin v.a.: Kap. IV.1 Angst und Begehren als elementare Formen der Weltbeziehung.) Berlin: Suhrkamp. 2016.
  • Rosenzweig, Franz: Der Mensch und sein Werk. Gesammelte Schriften, Band IV Sprachdenken im Übersetzen. Dordrecht/Boston/Lancaster: Martinus Nijhoff Publishers. 1984.
  • Wise Guys: Romanze. Album Radio. 2006.

Der Song zum Podcast: