dies ist eine Seite für

Kategorie: Philosophie

Edel, hilfreich und gut ... steht auf dem Cover

Episode 47: Edel, hilfreich und gut – Von der Kunst zu helfen

Zugegeben: Rita und Nora hatten schon vorher verabredet, sich mal über das Thema „Helfen“ zu unterhalten. Dass sich aber just am Tag der Aufzeichnung das Thema auch noch dermaßen aufdrängt, damit war nicht zu rechnen. Kurzum: Rita brauchte Hilfe – und Nora war in der Lage zu helfen. Jetzt ist es aber so, dass beide eigentlich lieber den Part des Helfenden übernehmen und weniger gut darin sind, Hilfe von anderen anzunehmen. Aber ohne eine spontane Planänderung hätte es auch keinen Podcast gegeben. Wer profitiert denn jetzt? Am Ende hoffen wir natürlich, vor allem unsere Hörer:innen – nämlich von unserem Gespräch. Aber so ganz altruistisch sind wir ja auch nicht unterwegs.

In dieser Episode sprechen wir über das Helfen und die Kunst, Hilfe anzunehmen. Es geht ums Paternalisieren, auf Augenhöhe bleiben, um lange Löffel und Ameisenstaaten. Was uns bei all dem aufgefallen ist: Hilfe sehen und bewerten wir vor allem aus den Augen des Helfenden. Alle finden Sankt Martin super, weil er seinen Mantel teilt – aber wer spricht eigentlich vom Bettler? Ist er nur Mittel zum Zweck für gute Taten?

„Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Ritas Literaturliste:

  • Albert, Karl: Lebensphilosophie. Von ihren Anfängen bei Nietzsche bis zu ihrer Kritik bei Lukács. Freiburg und München 2017.
  • Boethius: Trost der Philosophie. Stuttgart 1986. [Online verfügbar bei zeno.org]
  • Drerup, Johannes: Paternalismus, Perfektionismus und die Grenzen der Freiheit. Paderborn 2013.
  • Fink, Eugen: Erziehungswissenschaft und Lebenslehre. Freiburg im Breisgar 1970.
  • Foot, Philippa: Die Natur des Guten. Frankfurt/Main 2014.
  • Rippe, Klaus P. (Hrsg.): Tugendethik. Stuttgart 1998.
  • Werber, Niels: Ameisengesellschaften. Eine Faszinationsgeschichte. Frankfurt/Main 2013.

Unterstütze uns auf Steady

Zitat von Rita Molzberger: "Über Wahrheit als Begriff können wir so grade noch etwas sagen. Aber über Wahrheit, was sie in ihrer Substanz ist, eigentlich nicht."

Episode 46: Freund:innen der Wahrheit e.V.

„Wir wissen Bescheid, wir haben das Internet und wir haben die Wahrheit.“ – Dieser Kommentar wurde neulich in Noras Timeline gespült. An sich absurd, aber dennoch der Anlass mal zu fragen: Was ist eigentlich Wahrheit? Rita hätte gerne mindestens zwei bis drei Jahre Vorbereitungszeit gehabt – oder noch lieber zwei bis drei Jahrzehnte. Aber da wir diese Zeiträume nicht abwarten können, haben wir uns dem Thema einfach mit weniger – also sehr viel weniger Vorbereitungszeit gewidmet.

Denn eines ist aktuell wirklich bemerkenswert: Wie viele Menschen überzeugt sind, im Besitz einer wie auch immer gearteten Wahrheit zu sein und zudem bereit, diese mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Da lässt sich schon mal fragen: Kann es überhaupt die eine Wahrheit geben? Wie verhalten sich Fakten und Tatsachen zur Wahrheit?

Nicht, dass Rita und Nora darauf eine Antwort hätten. Obwohl doch, eine Antwort hätten wir: Lasst uns weiter um die Wahrheit(en) ringen. Am liebsten in unserem neu zu gründenden Verein „Freund:innen der Wahrheit e.V.“ – bei einer gemütlichen Wanderung. Gerne auch mit dem ein oder anderen Getränk im Anschluss. Ist natürlich aktuell noch eine Schnapsidee, aber darauf ließe sich ja aufbauen. Zum Beispiel im nächsten Frühjahr. Na, jemand dabei?

Ritas Literaturliste:

  • Blackburn, Simon: Truth. London 2017.
  • Blackburn, Simon: Wahrheit. Ein Wegweiser für Skeptiker. Aus dem Englischen von Andreas Hetzel. Darmstadt 2005.
  • Frankfurt, Harry G.: Bullshit. Frankfurt/Main 2006.
  • Grundmann, Thomas: Philosophische Wahrheitstheorien. Stuttgart 2018.
  • Nietzsche, Friedrich: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne. Online verfügbar unter www.nietzschesource.org
  • Regenbogen, Arnim/ Meyer, Uwe (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. „Wahrheit“. Hamburg 2013.

Songliste:

  • Silbermond – Irgendwas bleibt
  • Die Fantastischen Vier – Einfach sein

Unterstütze uns auf Steady

Zitat von Rita Molzberger: "Als Grundzug von Charakterlichkeit ist es Menschen zu eigen, in der ein oder anderen Weise Energie und Mut aufzubringen. Aber wofür sie den aufbringen und wogegen sie ihn aufbringen, wie ihre Lebensumstände sind und auch ihre Eigenschaften, das ist eben sehr unterschiedlich."

Episode 44: Anleitung zum Mutigsein

Was ist eigenlich Zivilcourage? Was ist es, das Menschen mutig macht? Das haben wir uns in dieser Episode gefragt. Denn jetzt gerade ist sehr viel in Bewegung. Überall erleben wir Protest und Widerstand. Egal ob im Hambacher Forst oder in Chemnitz. Einiges davon ist mutig und geleitet von Zivilcourage. Anderes wiederum nicht. Rita und Nora versuchen, das auseinander zu wurschteln und der inneren Strebkraft auf den Grund zu gehen. Kann jeder Mensch mutig sein? Ist uns das grundsätzlich zu eigen?

Ritas Literaturliste:

  • Adloff, Frank: Zivilgesellschaft: Theorie und politische Praxis. Frankfurt/Main, New York 2005.
  • Döring, Sabine (Hrsg.): Philosophie der Gefühle. Frankfurt/Main 2013.
  • Fink-Eitel, Hinrich/Lohmann, Georg (Hrsg.): Zur Philosophie der Gefühle. Frankfurt/Main 1993. [Hierin: Angehrn, Emil: Das Streben nach Sicherheit. Ein politisch-metaphysisches Problem.]
  • Nancy, Jean-Luc: Von einer Gemeinschaft, die sich nicht verwirklicht. Wien, Berlin 2018.
  • Schmidt, Jürgen: Zivilgesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek bei Hamburg 2007.
  • Wolffsohn, Michael: Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt. München 2016.
  • Zibis, Alexander Maria: Die Tugend des Mutes. Nietzsches Lehre von der Tapferkeit. Würzburg 2007.

Tweets zum Thema:

Unterstütze uns auf Steady

Zitat Moritz Riesewieck: Wir sollten darüber nachdenken, was wir da eigentlich ausverkaufen, wenn so zentrale Aufgaben von Öffentlichkeit von Privatfirmen verwaltet werden, die ganz andere Werte haben.

Episode 43: Digitaler Müll und Demokratie

Der Film „The Cleaners“ zeigt die schmutzige Seite der Digitalisierung. Die beiden Autoren Florian Riesewieck und Hans Block machen darin für uns alle sichtbar, was die Unternehmen am liebsten weiter im Verborgenen hätten: Nämlich wie digitaler Müll aus den sozialen Netzwerken gefischt wird. Dazu gehören Bilder und Videos, die wir nicht sehen wollen – oder sollen. Bilder und Videos von Enthauptungen, Vergewaltigungen, live gestreamten Selbstmorden, aber auch Pornografie oder das, was dafür gehalten wird. Ein Job, den nicht etwa Algorithmen übernehmen, sondern Menschen. Sogenannte Content Moderator. Sie haben wenige Sekunden Zeit, um zu entscheiden: „Delete“ oder „ignore“ – also löschen oder ignorieren.

Die Frage ist aber nicht nur: Was macht dieser Job mit den Menschen, die in tagtäglich ausüben müssen. Die Frage ist auch: Was macht das mit uns? Was macht das mit unserer Demokratie. Wer macht die Regeln? Was heißt Zensur? Wie viel „Sauberkeit“ braucht das Netz?

Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Hans Block und Florian Riesewieck. Den Film „The Cleaners“ könnt ihr noch bis zum 18. September 2018 in der ARD Mediathek sehen.

Ritas Literaturliste:

  • Butler, Judith: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin 1998.
  • Pechriggl, Alice / Schober, Anna (Hrsg.): Hegemonie und die Kraft der Bilder. Klagenfurter Beiträge zur Virtuellen Kultur. Band 3. Köln 2013.
  • Riesewieck, Moritz: Digitale Drecksarbeit – Wie uns Facebook & Co. von dem Bösen erlösen. dtv 2017.
  • Sarasin, Philipp: Reizbare Maschinen. Eine Geschichte des Körpers 1765 – 1914. Frankfurt/Main 2001.
  • Sachs-Hombach, Klaus: Bilder – Sehen – Denken. Zum Verhältnis von begrifflich-philosophischen und empirisch-psychologischen Ansätzen in der bildungswissenschaftlichen Forschung. Köln 2011.
  • Thompson, Christiane / Schenk, Sabrina (Hrsg.): Zwischenwelten der Pädagogik. Paderborn 2017. [Hierin und auch andernorts v.a. die Arbeiten von Markus Rieger-Ladich und Olaf Sanders]

Der Film:

  • Block, Hans / Riesewieck, Moritz: The Cleaners. farbfilm home entertainment / Lighthouse Home Entertainment. 2018

Falls ihr Feedback direkt an Hans Block oder Moritz Riesewieck loswerden möchtet, dann schreibt an mail(at)laokoon(punkt)group

Unterstütze uns auf Steady

Zitat Rita Molzberger: Zunächst mal geht es um die Beziehung zwischen einem Gegenstand und seinem Maßstab beim Wert.

Episode 41: „Ich liebe dich für 2,99!“

Wir haben Hörerpost bekommen – und eine Frage dazu: Was sind eigentlich Werte? Wie definieren wir die? Sehr gute Frage! Und eine von Ritas schlauen Antworten: „Wert ist ein Beziehungsbegriff, weil Menschen Werte zuweisen“. Dafür benutzen wir Maßstäbe. Zum Beispiel bei einem Wert wie Wahrheit. Wie wahr ist etwas? Oder für wie wahr halten wir etwas? Und ist das Wahrere dann auch das Bessere? Schließlich kann Wahrheit manchmal ganz schön unangenehm sein. Und was ist eigentlich mit sowas wie Pünktlichkeit? Wir sagen ja: „Ich lege Wert auf Pünktlichkeit“, aber ist damit Pünktlichkeit schon ein Wert an sich? Und was passiert mit einem Wert eigentlich, wenn ihn niemand mehr beachtet oder wenn wir ihn als hinderlich für die Gesellschaft verwerfen? Gibt es den viel beklagten Werteverfall wirklich? Oder findet eher ein Wertewandel statt? Ihr seht schon: Viele Fragen, die sich da auftun – und die Rita und Nora versuchen für euch ein bisschen zu klären.

Ritas Literaturliste:

  • Gorz, André: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie. Zürich 2004.
  • Gray, John: Raubtier Mensch. Die Illusion des Fortschritts. Stuttgart 2015.
  • Greenblatt, Stephen: Die Wende. Wie die Renaissance begann. München 2012.
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Werke, Band 1. Berlin 1966. [Original: 1867 ff.]
  • Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschlisches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band. Verlag von E. W. Fritzsch. Leipzig 1886. Abgerufen unter nietzschesource.org am 17.08.2018
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Vorlesung über Pädagogik. In: Winkler, Michael/ Brachmann, Jens (Hrsg.): Texte zur Pädagogik, Band 2. Frankfurt/Main 2000.
  • Zweig, Stefan: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam. Belrin 1981. [Original: 1934]

Unterstütze uns auf Steady

Zitat von Rita: "Wir wollen die Prüflinge irgendwie ängstlich und schwitzend im Wollanzug sitzen haben, weil es um Macht und Herrschaft geht und wir unsere Autorität damit anerkannt sehen wollen. Man könnte aber was anderes ritualisieren."

Episode 40: Prüfungsangst – Von der guten Abrichtung gelehriger Körper

Dieser Themenvorschlag kommt von unserer Hörerin Kati. Es geht um Prüfungsangst, die Kati selber nicht kennt. Ihr fällt es leicht auf Bühnen zu stehen und Reden zu halten. Oder eben geprüft zu werden. Rita und Nora geht es da ein bisschen anders. Aber warum haben wir das überhaupt, Prüfungsangst und Lampenfieber? Warum werden geprüft? Welche Werte hängen damit zusammen? Es geht um Ehrfurcht, Macht, gesellschaftliche Anerkennung – und ganz oft auch um unsere Zukunft. Denn es hängen nicht nur von außen Erwartungen an einer Prüfungssituation, sondern natürlich auch die eigenen. An Prüfungen können wir scheitern – aber natürlich auch wachsen. Wir wachsen erst mal an dieser Folge.

Ritas Literaturliste:

  • Bollnow, Otto Friedrich: Das Wesen der Stimmungen. Studienausgabe Band 1. Würzburg 2009.
  • Florin, Christiane: Warum unsere Studenten so angepasst sind. Reinbek bei Hamburg 2014.
  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Frankfurt/Main 1977. (Hierin Kap. III „Disziplin“, „Die Mittel der guten Abrichtung“)

Noras Ergänzung:

  • Wehling, Elisabeth: Politischese Framing – Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Bonn. Herbert von Halem Verlag 2016

Unterstütze uns auf Steady

Es wär doch schon so viel gewonnen, wenn wir uns darauf verließen, dass wir das Inhumane aktiv vermeiden.

Episode 39: Humanismus, Menschenwürde und Idealismus

Wir erleben aktuell einen Diskurs, in dem selbst die Grundpfeiler unserer Gesellschaft verhandelt werden. So sorgte ein Artikel der Zeitung „Die Zeit“ für große Empörung, weil dort – scheinbar – die Grundrechte verhandelt wurden. Es ging um private Seenotrettung, getitelt wurde „Oder soll man es lassen? – Ein Pro und Contra“, auf dem dazugehörigen Bild sind Menschen mit Rettungswesten in einem überfüllten Boot zu sehen. Die Diskussion über den Artikel wollen wir anderen überlassen. Stattdessen sprechen Rita und ich über Humanismus und Menschewürde. Und darüber, ob wir diese Ideale, die darin ihren Ausdruck finden, überhaupt erreichen können. Ob das realistisch ist. Und wozu wir überhaupt Ideale formulieren und uns danach richten, wenn wir sie eh nicht erreichen können und damit das Scheitern vorprogrammiert ist.

Ritas Literaturliste:

  • Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung. Frankfurt/Main 2006.
  • Bormann, Karl: Platon. 4. Auflage. Freiburg, München 2003.
  • Schütte, André: Bildung und Vertikalspannung. Weilerswist 2015.
  • Schupp, Franz: Geschichte der Philosophie im Überblick. Band 3. Hamburg 2003.
  • Sennett, Richard: Der flexible Mensch. 2. Auflage. Berlin 2000.

Unterstütze uns auf Steady

Das Unerwartete als Zitat

Bonusfolge: Das Leben ist das Unerwartete

Überraschungen. Diese Momente, in denen sich jemand euer Drehbuch des Lebens schnappt und einfach mittendrin anfängt, da eine eigene, wilde Story reinzuschreiben. Und dann stehen wir da und versuchen, irgendwie mit diesem neuen Handlungsstrang umzugehen. Ohne, dass wir dafür einen konkreten Plan hätten. So ist es Nora im Januar 2018 gegangen. Ein Ereignis jagt das nächste – mit nichts davon war wirklich zu rechnen. Und dann? Tja, was dann? Erst mal einfach weitermachen – irgendwie. Anhand dieser persönlichen Geschichte voller seltsamer und bisweilen dramatischer Wendungen versuchen sich Rita und Nora dem Phänomen des Unerwarteten und Fremden zu nähern. Das natürlich auch durch positive Überraschungen herbeigeführt werden kann. Und Nora lernt ein neues, sehr langes Wort: Inkommensurabilität. Das lasst ihr euch aber besser mal von Rita erklären.

Ritas Literaturliste:

  • Buber, Martin: Das dialogische Prinzip. Heidelberg 1965.
  • Hoyningen-Huene, Pauls (Hrsg.): Incommensurability and Related Matters. Ind: Cohen/ Renn/ Gavroglu (Hrsg.): Boston Studies in the Philosophy of Science. Dordrecht 2001.
  • Lévinas, Emmanuel: Intention, Ereignis und der Andere. Ein Gespräch mit Christoph von Wolzogen. In: Ders.: Humanismus des anderen Menschen. Hamburg 1989.
  • Waldenfels, Bernhard: Grundmotive einer Phänomenologie des Fremden. Frankfurt/Main 2006.

 

Unterstütze uns auf Steady

Zitat Rita: "Wenn ich zu wenig Liebe bekommen habe, bringt mir das was, wenn ich einen Bungalow erbe?"

Episode 36: Die Bilanz am Ende aller Tage

Klar, wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist da erstmal Trauer. Und natürlich gibt’s ne Menge Dinge zu regeln. Die Nummer mit dem Erben kommt – rein rechtlich gesehen – erst etwas später. Aber genau das ist der Punkt an dem Familienangehörige nicht selten anfangen zu streiten. Warum eigentlich? Geht es da wirklich nur um die Kohle? Darum, was abzukriegen, mitzunehmen oder zu behalten? Rita und Nora wollen das genauer wissen und haben sich dafür einen Gast dazugeholt: Die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer. Was schulden Eltern ihren Kindern eigentlich nach ihrem Ableben? Was passiert da bei den Kindern. Und worum geht es wirklich, wenn ums Erbe gestritten wird? Denn häufig geht es gar nicht so sehr um die Sache, sondern eher darum, emotional zu kurz gekommen zu sein.

Rita, Nora und Uli diskutieren über den Unterschied von Hunger und Gier, über Fülle und Leere und auch über den Generationenvertrag, der heute individuell verhandelt werden muss. Das geht aber nur dann, wenn wir der Sterblichkeit ins Auge sehen. Und wenn wir die Angelegenheiten mit unseren Eltern klären, bevor sie sich selber nicht mehr dazu äußern können. Und genau das ist oft gar nicht so einfach.

Ritas Literaturliste:

  • Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2. Göttingen: Nomos. 1983.
  • Brumlik, Micha: Zurückhaltung und Fügung ins Beschiedene. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2004.
  • Frost, Ursula: „Generation“. In: Dies. et al. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Pädagogik für eine Moderne im Aufbruch. Band 1. Paderborn: Schöningh. 2008.
  • Gerarts, Katharina: Familiäre Erziehung aus Kindersicht. Eine qualitative Studie unter der Berücksichtigung von Macht in der generationalen Ordnung. Wiesbaden: Springer VS. 2015.
  • Hamsun, Knut: Hunger. Übertragen ins Deutsche von J. Sandmeier und S. Angermann. München: rororo. 1959.
  • Keese, Christoph: Die Suche nach dem Mehr. Bescheidenheit und Habgier im globalen Kapitalismus. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Grundzüge der Erziehungskunst (VL 1826). In: Winkler, Michael/ Jens Brachmann (Hrsg.): Kommentierte Studienausgabe. Texte zur Pädagogik. Band 2. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2000.
  • Ziegler, Jean: Gier gegen Vernunft. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.

Ihr mögt den WDDD-Podcast und möchtet uns mit einer kleinen Spende unterstützen? Dann könnt ihr das ab sofort via Steady machen:

Unterstütze uns auf Steady

Zitat Rita: "Es ist unglaublich zeitraubend nur eine Sache gleichzeitig zu machen."

Episode 35: Erschöpfende Möglichkeiten der Kommunikation

Im Mailpostfach mahnen die unbeantworteten Mails, auf dem Smartphone leuchtet eine rote Zahl neben jeder zweiten App, auf dem Schreibtisch stapelt sich die Post – und was machen wir? Ignorieren diese Kommunikationswünsche. Wir antworten nicht. Das Berufliche, gut, das muss gemacht werden. Aber selbst gute Freunde oder Familienmitglieder bekommen keine Antwort mehr. Manchmal stunden- oder tagelang nicht. Manchmal zieht sich das über Wochen. Das ist der Moment, wo wir auf der Schamschleife Achterbahn fahren.

Was ist los mit unserem Kommunikationsverhalten? Warum fühlen sich so viele Menschen von Kommunikation überfordert? Ist es die ständige Erreichbarkeit? Oder müssen wir heute einfach viel mehr kommunizieren als noch vor ein paar Jahren? Rita und Nora gehen ihrer Kommunikationsüberforderung auf den Grund.

Eine Erkenntnis: Manchmal reichen ein paar Zeilen auf einem Bierdeckel – und eine Briefmarke.

Übrigens – wir sind für den diesjährigen Grimme-Online-Award nominiert! 🎉 Aber wir brauchen eure Unterstützung. Auf der Seite Grimme-Online-Award.de könnt ihr für uns abstimmen. Dankeschön.

Ritas Literaturliste:

  • Ehrenberg, Alain: Das erschöpfte Selbst. Frankfurt/Main 2004.
  • Frankfurt, Harry G.: Bullshit. Frankfurt/Main 2006.
  • Koller, Hans-Christoph: Bildung anders denken. (Kap.: „Narrative Identität“) Stuttgart 2012.
  • Mc Luhan, Marshall: Understanding Media. New York 1964.
  • Menke, Christoph/ Juliane Rebentisch (Hrsg.): Kreation und Depression. Berlin 2010.
  • Merleau-Ponty, Maurice: Causerien 1948. Hrsg. von Ignaz Knips. Köln 2006.
  • Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 48. Auflage. Reinbek 2010.
  • Watzlawick, Paul: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. 13. Auflage. Bern 2016.
  • Zeh, Juli: Treideln. Frankfurter Poetikvorlesung. München 2015.

Ihr mögt den WDDD-Podcast und möchtet uns mit einer kleinen Spende unterstützen? Dann könnt ihr das ab sofort via Steady machen:

Unterstütze uns auf Steady