Episode 41: „Ich liebe dich für 2,99!“

Zitat Rita Molzberger: Zunächst mal geht es um die Beziehung zwischen einem Gegenstand und seinem Maßstab beim Wert.

Wir haben Hörerpost bekommen – und eine Frage dazu: Was sind eigentlich Werte? Wie definieren wir die? Sehr gute Frage! Und eine von Ritas schlauen Antworten: „Wert ist ein Beziehungsbegriff, weil Menschen Werte zuweisen“. Dafür benutzen wir Maßstäbe. Zum Beispiel bei einem Wert wie Wahrheit. Wie wahr ist etwas? Oder für wie wahr halten wir etwas? Und ist das Wahrere dann auch das Bessere? Schließlich kann Wahrheit manchmal ganz schön unangenehm sein. Und was ist eigentlich mit sowas wie Pünktlichkeit? Wir sagen ja: „Ich lege Wert auf Pünktlichkeit“, aber ist damit Pünktlichkeit schon ein Wert an sich? Und was passiert mit einem Wert eigentlich, wenn ihn niemand mehr beachtet oder wenn wir ihn als hinderlich für die Gesellschaft verwerfen? Gibt es den viel beklagten Werteverfall wirklich? Oder findet eher ein Wertewandel statt? Ihr seht schon: Viele Fragen, die sich da auftun – und die Rita und Nora versuchen für euch ein bisschen zu klären.

Ritas Literaturliste:

  • Gorz, André: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie. Zürich 2004.
  • Gray, John: Raubtier Mensch. Die Illusion des Fortschritts. Stuttgart 2015.
  • Greenblatt, Stephen: Die Wende. Wie die Renaissance begann. München 2012.
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Werke, Band 1. Berlin 1966. [Original: 1867 ff.]
  • Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschlisches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band. Verlag von E. W. Fritzsch. Leipzig 1886. Abgerufen unter nietzschesource.org am 17.08.2018
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Vorlesung über Pädagogik. In: Winkler, Michael/ Brachmann, Jens (Hrsg.): Texte zur Pädagogik, Band 2. Frankfurt/Main 2000.
  • Zweig, Stefan: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam. Belrin 1981. [Original: 1934]

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Episode 40: Prüfungsangst – Von der guten Abrichtung gelehriger Körper

Zitat von Rita: "Wir wollen die Prüflinge irgendwie ängstlich und schwitzend im Wollanzug sitzen haben, weil es um Macht und Herrschaft geht und wir unsere Autorität damit anerkannt sehen wollen. Man könnte aber was anderes ritualisieren."

Dieser Themenvorschlag kommt von unserer Hörerin Kati. Es geht um Prüfungsangst, die Kati selber nicht kennt. Ihr fällt es leicht auf Bühnen zu stehen und Reden zu halten. Oder eben geprüft zu werden. Rita und Nora geht es da ein bisschen anders. Aber warum haben wir das überhaupt, Prüfungsangst und Lampenfieber? Warum werden geprüft? Welche Werte hängen damit zusammen? Es geht um Ehrfurcht, Macht, gesellschaftliche Anerkennung – und ganz oft auch um unsere Zukunft. Denn es hängen nicht nur von außen Erwartungen an einer Prüfungssituation, sondern natürlich auch die eigenen. An Prüfungen können wir scheitern – aber natürlich auch wachsen. Wir wachsen erst mal an dieser Folge.

Ritas Literaturliste:

  • Bollnow, Otto Friedrich: Das Wesen der Stimmungen. Studienausgabe Band 1. Würzburg 2009.
  • Florin, Christiane: Warum unsere Studenten so angepasst sind. Reinbek bei Hamburg 2014.
  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Frankfurt/Main 1977. (Hierin Kap. III „Disziplin“, „Die Mittel der guten Abrichtung“)

Noras Ergänzung:

  • Wehling, Elisabeth: Politischese Framing – Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Bonn. Herbert von Halem Verlag 2016

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Episode 39: Humanismus, Menschenwürde und Idealismus

Es wär doch schon so viel gewonnen, wenn wir uns darauf verließen, dass wir das Inhumane aktiv vermeiden.

Wir erleben aktuell einen Diskurs, in dem selbst die Grundpfeiler unserer Gesellschaft verhandelt werden. So sorgte ein Artikel der Zeitung „Die Zeit“ für große Empörung, weil dort – scheinbar – die Grundrechte verhandelt wurden. Es ging um private Seenotrettung, getitelt wurde „Oder soll man es lassen? – Ein Pro und Contra“, auf dem dazugehörigen Bild sind Menschen mit Rettungswesten in einem überfüllten Boot zu sehen. Die Diskussion über den Artikel wollen wir anderen überlassen. Stattdessen sprechen Rita und ich über Humanismus und Menschewürde. Und darüber, ob wir diese Ideale, die darin ihren Ausdruck finden, überhaupt erreichen können. Ob das realistisch ist. Und wozu wir überhaupt Ideale formulieren und uns danach richten, wenn wir sie eh nicht erreichen können und damit das Scheitern vorprogrammiert ist.

Ritas Literaturliste:

  • Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung. Frankfurt/Main 2006.
  • Bormann, Karl: Platon. 4. Auflage. Freiburg, München 2003.
  • Schütte, André: Bildung und Vertikalspannung. Weilerswist 2015.
  • Schupp, Franz: Geschichte der Philosophie im Überblick. Band 3. Hamburg 2003.
  • Sennett, Richard: Der flexible Mensch. 2. Auflage. Berlin 2000.

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Episode 38: Vom Schenken und Sharen

Umeinander kümmern, gut zueinander sein, das kann sehr widerständig sein in einer Konsumgesellschaft. - Zitat von Rita Molzberger
Geschenkeeee! Die meisten Menschen freuen sich wahrscheinlich darüber. Aber das mit dem Schenken ist so eine Sache. Denn: Was schenkt man Menschen, die eigentlich schon alles haben? Wo ist der Unterschied zwischen Geschenk, Gabe und Aufmerksamkeit? Und was ist mit dem Subtext von Geschenken? Das kann gerade in Familien mitunter zu Komplikationen führen. Und dann gibt es ja auch noch das Konzept der Dankbarkeit. Wie sagen wir Oma, Onkel, Vater, Mutter, Tante, dass wir die Schnapspralinen eigentlich noch nie mochten? Oder dass sie die Tennissocken und Schlüpper lieber spenden sollten? Wie bedanken wir uns für ein Geschenk von jemandem, von dem wir eigentlich lieber keine Geschenke haben wollen? Und dann ist da ja auch noch die Sache mit der Ausgeglichenheit. Denn wenn wir ein Geschenk bekommen, dann müssen (oder im besten Fall wollen) wir ja auch eins zurückschenken. Interessanterweise beobachten wir aus dem Überfluss heraus aber auch gerade einen Gegentrend. Statt Dinge zu (ver)schenken und Besitz- und Konsumgüter anzuhäufen, entwickelt sich eine Gesellschaft des Teilens. Und das bezieht sich nicht nur auf Car-Sharing. Wir teilen Ackerflächen mit Freunden, wir teilen gemeinsame Zeit, wir teilen unseren materiellen Besitz mit denen, die weniger haben als wir oder die ein Geschenk eher benötigen. Weil wir es uns leisten können. Und weil einige von uns aussteigen aus einer Gesellschaft, die sich vor allem durch Konsum und Besitz definiert.

Ritas Literaturlitse:

  • Berking, Helmuth: Schenken: Zur Anthropologie des Gebens. Frankfurt/Main, New York. 1996.
  • Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede, Frankfurt/Main. 1987.
  • Brumlik, Micha/Brunkhorst, Hauke (Hrsg.): Gemeinschaft und Gerechtigkeit. Frankfurt/Main. 1993.
  • Derrida, Jacques: Falschgeld. Zeit Geben I. München. 1993.
  • Hoffmann, Till J.: Verschwendung. Philosophie, Soziologie und Ökonomie des Überflusses. (Dissertation, Universität Osnabrück, als PDF abrufbar)
  • Knigge, Adolph Freiherr von: Über den Umgang mit Menschen. 5. Auflage. Hamburg. 2015. [Original 1788]
  • Mauss, Marcel: Die Gabe. In: Soziologie und Anthropologie, Band II. Frankfurt/Main, Berlin, Wien. 1978. [Original 1925]
  • Ostrom, Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. München. 2011.

Die Thesen von Georges Bataille zum Verschwendungsdenken sind über seine Werke verteilt. Die Einführung zu seinem Verschwendungsdenken gibt es leider nicht mehr.

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Bonusfolge: Das Leben ist das Unerwartete

Das Unerwartete als Zitat

Überraschungen. Diese Momente, in denen sich jemand euer Drehbuch des Lebens schnappt und einfach mittendrin anfängt, da eine eigene, wilde Story reinzuschreiben. Und dann stehen wir da und versuchen, irgendwie mit diesem neuen Handlungsstrang umzugehen. Ohne, dass wir dafür einen konkreten Plan hätten. So ist es Nora im Januar 2018 gegangen. Ein Ereignis jagt das nächste – mit nichts davon war wirklich zu rechnen. Und dann? Tja, was dann? Erst mal einfach weitermachen – irgendwie. Anhand dieser persönlichen Geschichte voller seltsamer und bisweilen dramatischer Wendungen versuchen sich Rita und Nora dem Phänomen des Unerwarteten und Fremden zu nähern. Das natürlich auch durch positive Überraschungen herbeigeführt werden kann. Und Nora lernt ein neues, sehr langes Wort: Inkommensurabilität. Das lasst ihr euch aber besser mal von Rita erklären.

Ritas Literaturliste:

  • Buber, Martin: Das dialogische Prinzip. Heidelberg 1965.
  • Hoyningen-Huene, Pauls (Hrsg.): Incommensurability and Related Matters. Ind: Cohen/ Renn/ Gavroglu (Hrsg.): Boston Studies in the Philosophy of Science. Dordrecht 2001.
  • Lévinas, Emmanuel: Intention, Ereignis und der Andere. Ein Gespräch mit Christoph von Wolzogen. In: Ders.: Humanismus des anderen Menschen. Hamburg 1989.
  • Waldenfels, Bernhard: Grundmotive einer Phänomenologie des Fremden. Frankfurt/Main 2006.

 

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Episode 37: Von der Kunst, etwas zur Welt zu bringen

Zitat Rita: "Das ist ja Hannah Arendts Punkt: Wenn jetzt was Neues beginnt, wenn man was Neues in die Welt bringt, da kann ich ja nicht drüber reflektieren."

Das eurozentristische Weltbild denkt das Leben gerne mal vom Tod her. Ist auch irgendwie logisch, weil da können wir ja auch jede Menge Ereignisse zurückblicken und die schön fein gedanklich analysieren und sezieren. Ist nur halt auch eine ziemlich trübe Angelegenheit. Und deshalb machen wir das diesmal anders und denken das Leben vom Neubeginn her. Von der Geburt. Wobei es nicht zwingend darum geht, ein Kind auf die Welt zu bringen. Schließlich können wir auch mit Ideen schwanger gehen – und daraus Neues gebären. Ein Projekt zum Beispiel. Ein neues Hobby. Eine lebensverändernde Entscheidung. Aber das Neue bringt halt auch Chaos mit sich. Wir müssen uns in neue Rollen finden, neue Techniken erlernen, neue Wege beschreiten, neu denken.

Zu Gast haben wir deshalb diesmal die Hebamme Alexandra Kozma. Sie hilft Frauen nicht nur dabei, ein Kind auf die Welt zu bringen. Sie unterstützt auch Paare darin, Eltern zu werden und sich in die neuen Rollen als Mütter oder Väter reinzufinden. Denn auch das ist ja ein Werden. Mit ihr zusammen blicken wir auf das Leben von der Geburt her. Und natürlich sprechen wir auch darüber, wer eigentlich die Verantwortung für das neue Leben trägt – und die Risiken, die das mit sich bringt.

Übrigens: Die Hebammenkunst ist gar nicht so weit entfernt von der Philosophie. Denn schon die Mutter von Sokrates war – richtig – Hebamme.

Ritas Literaturliste

  • Arendt, Hannah: Vita activa. 6. Auflage. München 2007.
  • Baumann, Zygmunt: Retrotopia. (Hier insbes.: Kap. 4 „Zurück in den Mutterleib“.) Berlin 2017.
  • Bröckling, Ulrich: Über Kreativität. Ein Brainstorming. In: Ders.: Gute Hirten führen sanft. Über Menschenregierungskünste. 2. Auflage. Frankfurt/Main 2017.
  • Burchardt, Matthias: Hebammen in der ‚midwife-crisis‘? Ungehörige Gedanken zum Professionalisierungsmärchen. In: Müller C./Mührel E./Birgmeier B. (eds) Soziale Arbeit in der Ökonomisierungsfalle? Soziale Arbeit in Theorie und Wissenschaft. Wiesbaden: Springer VS. 2016.
  • Dörpinghaus, Sabine: Dem Gespür auf der Spur. Leibphänomenologische Studie zur Hebammenkunde am Beispiel der Unruhe. Freiburg/München: Verlag Karl Alber. 2013.
  • Figal, Günther: Sokrates. Beck’sche Reihe Denker. 2. Auflage. München 1998
  • Platon: Theaitetos. In: Sämtliche Werke, Band 3. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher und Friedrich Müller. 35. Auflage. Reinbek bei Hamburg 2007.
  • Thomas, Philipp: Leiblichkeit und eigene Natur. In: Böhme, Gernot/Schiemann, Gregor (Hrsg.): Phänomenologie der Natur. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1997.

Linkempfehlungen:

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Episode 36: Die Bilanz am Ende aller Tage

Zitat Rita: "Wenn ich zu wenig Liebe bekommen habe, bringt mir das was, wenn ich einen Bungalow erbe?"

Klar, wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist da erstmal Trauer. Und natürlich gibt’s ne Menge Dinge zu regeln. Die Nummer mit dem Erben kommt – rein rechtlich gesehen – erst etwas später. Aber genau das ist der Punkt an dem Familienangehörige nicht selten anfangen zu streiten. Warum eigentlich? Geht es da wirklich nur um die Kohle? Darum, was abzukriegen, mitzunehmen oder zu behalten? Rita und Nora wollen das genauer wissen und haben sich dafür einen Gast dazugeholt: Die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer. Was schulden Eltern ihren Kindern eigentlich nach ihrem Ableben? Was passiert da bei den Kindern. Und worum geht es wirklich, wenn ums Erbe gestritten wird? Denn häufig geht es gar nicht so sehr um die Sache, sondern eher darum, emotional zu kurz gekommen zu sein.

Rita, Nora und Uli diskutieren über den Unterschied von Hunger und Gier, über Fülle und Leere und auch über den Generationenvertrag, der heute individuell verhandelt werden muss. Das geht aber nur dann, wenn wir der Sterblichkeit ins Auge sehen. Und wenn wir die Angelegenheiten mit unseren Eltern klären, bevor sie sich selber nicht mehr dazu äußern können. Und genau das ist oft gar nicht so einfach.

Ritas Literaturliste:

  • Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2. Göttingen: Nomos. 1983.
  • Brumlik, Micha: Zurückhaltung und Fügung ins Beschiedene. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2004.
  • Frost, Ursula: „Generation“. In: Dies. et al. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Pädagogik für eine Moderne im Aufbruch. Band 1. Paderborn: Schöningh. 2008.
  • Gerarts, Katharina: Familiäre Erziehung aus Kindersicht. Eine qualitative Studie unter der Berücksichtigung von Macht in der generationalen Ordnung. Wiesbaden: Springer VS. 2015.
  • Hamsun, Knut: Hunger. Übertragen ins Deutsche von J. Sandmeier und S. Angermann. München: rororo. 1959.
  • Keese, Christoph: Die Suche nach dem Mehr. Bescheidenheit und Habgier im globalen Kapitalismus. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Grundzüge der Erziehungskunst (VL 1826). In: Winkler, Michael/ Jens Brachmann (Hrsg.): Kommentierte Studienausgabe. Texte zur Pädagogik. Band 2. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2000.
  • Ziegler, Jean: Gier gegen Vernunft. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.

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Episode 35: Erschöpfende Möglichkeiten der Kommunikation

Zitat Rita: "Es ist unglaublich zeitraubend nur eine Sache gleichzeitig zu machen."

Im Mailpostfach mahnen die unbeantworteten Mails, auf dem Smartphone leuchtet eine rote Zahl neben jeder zweiten App, auf dem Schreibtisch stapelt sich die Post – und was machen wir? Ignorieren diese Kommunikationswünsche. Wir antworten nicht. Das Berufliche, gut, das muss gemacht werden. Aber selbst gute Freunde oder Familienmitglieder bekommen keine Antwort mehr. Manchmal stunden- oder tagelang nicht. Manchmal zieht sich das über Wochen. Das ist der Moment, wo wir auf der Schamschleife Achterbahn fahren.

Was ist los mit unserem Kommunikationsverhalten? Warum fühlen sich so viele Menschen von Kommunikation überfordert? Ist es die ständige Erreichbarkeit? Oder müssen wir heute einfach viel mehr kommunizieren als noch vor ein paar Jahren? Rita und Nora gehen ihrer Kommunikationsüberforderung auf den Grund.

Eine Erkenntnis: Manchmal reichen ein paar Zeilen auf einem Bierdeckel – und eine Briefmarke.

Übrigens – wir sind für den diesjährigen Grimme-Online-Award nominiert! 🎉 Aber wir brauchen eure Unterstützung. Auf der Seite Grimme-Online-Award.de könnt ihr für uns abstimmen. Dankeschön.

Ritas Literaturliste:

  • Ehrenberg, Alain: Das erschöpfte Selbst. Frankfurt/Main 2004.
  • Frankfurt, Harry G.: Bullshit. Frankfurt/Main 2006.
  • Koller, Hans-Christoph: Bildung anders denken. (Kap.: „Narrative Identität“) Stuttgart 2012.
  • Mc Luhan, Marshall: Understanding Media. New York 1964.
  • Menke, Christoph/ Juliane Rebentisch (Hrsg.): Kreation und Depression. Berlin 2010.
  • Merleau-Ponty, Maurice: Causerien 1948. Hrsg. von Ignaz Knips. Köln 2006.
  • Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 48. Auflage. Reinbek 2010.
  • Watzlawick, Paul: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. 13. Auflage. Bern 2016.
  • Zeh, Juli: Treideln. Frankfurter Poetikvorlesung. München 2015.

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Episode 34: Das Handwerk der Freiheit

Ich glaube, freier Wille ist etwas sehr Unbequemes

In dieser Episode geht es um den freien Willen. Gut, dass wir einen Gast dabei haben. Dr. Aaron Langenfeld, Theologe von der Uni Paderborn. Und der bringt auch gleich ein anschauliches Problem mit: „Sagen wir mal, es ist Karneval. Man geht nachts betrunken von der Zülpicher Straße Richtung nach Hause. Und man kriegt dann so ein Hüngerchen, geht dann zum Pizzamann und beim Pizzamann gibts Pizza. Und man guckt sich die ganze Palette Pizzen an und sagt dann am Ende: ‚Eine Pizza Vegetaria bitte‘. Und dann sagt der: ‚Super, mach ich.‘. Und jetzt gibt’s aber gar keine andere Pizza mehr als Vegetaria, weil alle anderen Zutaten weg sind. Das heißt, wir Betrunkenen wissen gar nicht, es gibt nur die Pizza, bestellen diese Pizza, hatten aber faktisch gar keine andere Wahl als diese Pizza zu nehmen.“

Für Nora fängt das Problem allerdings schon viel früher an. Hätten wir überhaupt Hunger gehabt, wenn wir vorher nicht gesoffen hätten? War das jetzt unser freier Wille oder der Alkohol? Hm. Ihr merkt schon – das wird eine Herausforderung. Die Aaron und Rita aber bravourös meistern.

Übrigens: Der WDDD-Podcast ist für den Grimme Online Award nominiert! Wenn IHR möchtet, dass WIR den Preis mit nach Hause nehmen, dann müsstet ihr einmal eure Stimme abgeben. Beim Publikumsvoting. Das wäre ganz entzückend!

Aarons und Ritas Literaturliste:

  • Bieri, Peter: Das Handwerk der Freiheit. München, Wien 2001.
  • Dennett, Daniel: Elbow Room: The Varieties of Free Will Worth Wanting. Oxford 1984.
  • Ders.: Freedom Evolves. London 2003.
  • Honderich, Ted: Wie frei sind wir? Das Determinismus-Problem. Stuttgart 1995.
  • Hume, David: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Stuttgart 2013.
  • Keil, Geert: Willensfreiheit. Berlin, New York 2017.
  • Ders.: Willensfreiheit und Determinismus. Stuttgart 2018.
  • Popper, Karl R./ Eccles, John C. : Das Ich und sein Gehirn. München 1982.
  • Pothast, Ulrich (Hrsg.): Freies Handeln und Determinismus. Frankfurt/Main 1978.

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Episode 33: Sport als gesellschaftspolitische Bewegung

Dass Sport für alle da sein soll - auch für Zitat Nora Hespers: "Frauen - das ist ein relativ neues Phänomen."

In schöner Regelmäßigkeit fordern bestimmte Gruppen von Fußballfans: „Politik raus aus den Stadien!“ – meist dann, wenn sich ein Verein mal wieder deutlich gegen Rechtsextremismus stellt oder gegen Diskriminierung und Homophobie ausspricht. Da stellen sich Rita und Nora die Frage: Geht das überhaupt? Ist Sport als Teil der Gesellschaft nicht per se immer auch politisch? Oder ist die Forderung gerechtfertigt und wenn ja, unter welchem Gesichtspunkt? Dazu lohnt sich ein Blick zurück in die Sportgeschichte der Neuzeit – und allzu weit müssen wir da gar nicht gucken. Egal ob im britischen „Sports“ oder in der olympischen Bewegung – Sport und gesellschaftspolitische Entwicklungen sind enger miteinander verknüpft als es auf den ersten Blick scheint. Und unsere heutige Vorstellung von Fairness und gleichen Chancen im Sport sind auch noch nicht allzu alt.

Ritas Literaturliste:

  • Behringer, Wolfgang: Kulturgeschichte des Sports. München 2012.
  • Böhme, Gernot: Ethik leiblicher Existenz. Frankfurt/Main 2008.
  • Court, Jürgen/Eckhard Meinberg (Hrsg.): Klassiker und Wegbereiter der Sportwissenschaft. Stuttgart 2006.
  • Huizinga, Johan: Homo ludens. Versuch einer Bestimmung des Spielelements in der Kultur. Amsterdam 1939.
  • Krüger, Michael (Hrsg.): Handbuch Sportgeschichte. Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport. Schorndorf 2010.
  • Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Stuttgart 2000.
  • Sloterdijk, Peter: Du mußt Dein Leben ändern. Frankfurt/Main 2009.

Link zum Thema Sport und Politik:

Sportentwicklung in Europa unter Einbeziehung von Frauen | erschienen in Aus Politik und Zeitgeschichte B26/2004, Erscheinungsdatum: 17.06.2004 von Ilse Hartmann-Tews, abgerufen am 06.04.2018

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