Episode 49 – Der Terror der Heiligen Familie

Episodencover: Der Terror der Heiligen Familie, oder: Muss ich Weihnachten mit den Eltern feiern?

KLEINE ANKÜNDIGUNG:

Rita Molzberger und Nora Hespers bei der Verleihung des Grimme Online Award.
Aufregendes 2018: WDDD nominiert für den GOA.

Am Dienstag, den 18.12.2018 nehmen wir unsere 50. Episode auf. Und ihr könnt dabei sein! Live im Lichtmeß-Kino in Hamburg-Altona. Tickets für die Veranstaltung gibt es auf www.sciencepodcastnight.de. Wir freuen uns riesig, dann auch endlich mal ein paar Hörer:innen kennenzulernen!

Klar, viele Menschen freuen sich auf Weihnachten. Darauf, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Aber was ist mit denen, die sich fragen: Muss ich das wirklich? Bin ich meinen Eltern gegenüber verpflichtet, Weihnachten aufzutauchen? Die Gründe dafür sind super unterschiedlich. Die einen haben keinen Bock auf Stress und Streit unterm Weihnachtsbaum. Oder kommen nicht mit allen anwesenden Familienmitgliedern klar. Aber es gibt auch die, bei denen die Familie an sich nicht in Ordnung ist. Wo Weihnachten mehr Last als Vergnügen ist. Muss ich das dann wirklich durchstehen?

Rita und Nora denken gemeinsam darüber nach, was Weihnachten eigentlich bedeutet heute. Und wie wir Familie definieren. Denn – ehrlich gesagt – schon die kleine, heilige Familie in Bethlehem war alles andere als normal. Maria bekommt als Jungfrau ein Kind von einem anderen, Josef akzeptiert das, weil das nunmal der Sohn Gottes ist, zur Geburt geht’s auf nem Esel und geboren wird in einem Stall. Klingt alles andere als normal, ehrlich gesagt.

Ritas Literaturliste:

  • Ecarius, Jutta (Hrsg.): Handbuch Familie. Wiesbaden 2007.
  • Ecarius, Jutta et al. (Hrsg.): Familie und öffentliche Erziehung. Theoretische Konzeptionen, historische und aktuelle Analysen. Wiesbaden 2009.
  • Koschorke, Albrecht: Die Heilige Familie und ihre Folgen. Frankfurt/Main 2000.
  • Kutsch, Angelika (Hrsg.): Weihnachten, als ich klein war. Hamburg 2007.
  • Mannhardt, Wilhelm: Die Geschichte des Weihnachtsfestes. Leipzig 2010.
  • Vosen, Klaus-Peter (Hrsg.): Krippen im Erzbistum Köln. Köln 2012.

Hier gibt es noch einen Link zum Kölner Krippenweg

Und weil wir es versprochen haben: Rezept für veganen Eierpunsch!

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Episode 48: Ganz schön sportlich

Zitat Rüdiger May: Wenn man anfängt, seinen Körper zu fühlen, sich seines Körpers bewusst zu werden, wird man selbstbewusst.Und mit dem Selbstbewusstsein kommt der Verzicht auf vieles, was man gemacht hat als man es noch nicht hatte.

Rita hat sich gefragt: Warum schminken und stylen sich Menschen zum Sport machen? Denn am Ende ist Sport einen ziemlich schweißtreibenede Angelegenheit, und dass man hinterher noch so top aussieht wie vorher ist unwahrscheinlich. Und weil weder Rita noch Nora regelmäßig zu Make-up greifen, gibt es in dieser Folge einen Gast: Ritas Trainer, den Ex-Boxprofi Rüdiger May. Der schminkt sich zwar auch nicht, kommt aber als Personal Trainer und Betreiber eines Box-Fitness-Clubs mit sehr vielen Menschen in Kontakt.

Wir sprechen über Sport als Entertainment, Vorwegnahme von Trainingseffekten durch sportliche Outfits, Körperwahrnehmung und Körpergefühl, Selbstbewusstsein, Mut, Masken und Modetrends. Wie groß ist der gesellschaftliche Druck beim Sport? Welche Körperbilder werden transportiert? Und müssten wir nicht viel öfter auch mal Nein sagen – sowohl zum Modediktat als auch zum Sportdiktat?

Ritas Literaturliste:

  • Baratella, Nils: Das kämpferische Subjekt. Boxen – Der Kampf als Subtext moderner Subjektphilosophie. Paderborn 2015.
  • Fink, Eugen: Grundphänomene des menschlichen Daseins. Freiburg i. Br., München 1995.
  • Moran, Caitlin: How to be a woman. London 2011. Penny, Laurie: Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus. Hamburg 2012.
  • Sloterdijk, Peter: Du mußt Dein Leben ändern. Frankfurt/Main 2009.
  • Stokowski, Margarete: Untenrum frei. Reinbek 2018.

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Episode 47: Edel, hilfreich und gut – Von der Kunst zu helfen

Edel, hilfreich und gut ... steht auf dem Cover

Zugegeben: Rita und Nora hatten schon vorher verabredet, sich mal über das Thema „Helfen“ zu unterhalten. Dass sich aber just am Tag der Aufzeichnung das Thema auch noch dermaßen aufdrängt, damit war nicht zu rechnen. Kurzum: Rita brauchte Hilfe – und Nora war in der Lage zu helfen. Jetzt ist es aber so, dass beide eigentlich lieber den Part des Helfenden übernehmen und weniger gut darin sind, Hilfe von anderen anzunehmen. Aber ohne eine spontane Planänderung hätte es auch keinen Podcast gegeben. Wer profitiert denn jetzt? Am Ende hoffen wir natürlich, vor allem unsere Hörer:innen – nämlich von unserem Gespräch. Aber so ganz altruistisch sind wir ja auch nicht unterwegs.

In dieser Episode sprechen wir über das Helfen und die Kunst, Hilfe anzunehmen. Es geht ums Paternalisieren, auf Augenhöhe bleiben, um lange Löffel und Ameisenstaaten. Was uns bei all dem aufgefallen ist: Hilfe sehen und bewerten wir vor allem aus den Augen des Helfenden. Alle finden Sankt Martin super, weil er seinen Mantel teilt – aber wer spricht eigentlich vom Bettler? Ist er nur Mittel zum Zweck für gute Taten?

„Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Ritas Literaturliste:

  • Albert, Karl: Lebensphilosophie. Von ihren Anfängen bei Nietzsche bis zu ihrer Kritik bei Lukács. Freiburg und München 2017.
  • Boethius: Trost der Philosophie. Stuttgart 1986. [Online verfügbar bei zeno.org]
  • Drerup, Johannes: Paternalismus, Perfektionismus und die Grenzen der Freiheit. Paderborn 2013.
  • Fink, Eugen: Erziehungswissenschaft und Lebenslehre. Freiburg im Breisgar 1970.
  • Foot, Philippa: Die Natur des Guten. Frankfurt/Main 2014.
  • Rippe, Klaus P. (Hrsg.): Tugendethik. Stuttgart 1998.
  • Werber, Niels: Ameisengesellschaften. Eine Faszinationsgeschichte. Frankfurt/Main 2013.

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Episode 46: Freund:innen der Wahrheit e.V.

Zitat von Rita Molzberger: "Über Wahrheit als Begriff können wir so grade noch etwas sagen. Aber über Wahrheit, was sie in ihrer Substanz ist, eigentlich nicht."

„Wir wissen Bescheid, wir haben das Internet und wir haben die Wahrheit.“ – Dieser Kommentar wurde neulich in Noras Timeline gespült. An sich absurd, aber dennoch der Anlass mal zu fragen: Was ist eigentlich Wahrheit? Rita hätte gerne mindestens zwei bis drei Jahre Vorbereitungszeit gehabt – oder noch lieber zwei bis drei Jahrzehnte. Aber da wir diese Zeiträume nicht abwarten können, haben wir uns dem Thema einfach mit weniger – also sehr viel weniger Vorbereitungszeit gewidmet.

Denn eines ist aktuell wirklich bemerkenswert: Wie viele Menschen überzeugt sind, im Besitz einer wie auch immer gearteten Wahrheit zu sein und zudem bereit, diese mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Da lässt sich schon mal fragen: Kann es überhaupt die eine Wahrheit geben? Wie verhalten sich Fakten und Tatsachen zur Wahrheit?

Nicht, dass Rita und Nora darauf eine Antwort hätten. Obwohl doch, eine Antwort hätten wir: Lasst uns weiter um die Wahrheit(en) ringen. Am liebsten in unserem neu zu gründenden Verein „Freund:innen der Wahrheit e.V.“ – bei einer gemütlichen Wanderung. Gerne auch mit dem ein oder anderen Getränk im Anschluss. Ist natürlich aktuell noch eine Schnapsidee, aber darauf ließe sich ja aufbauen. Zum Beispiel im nächsten Frühjahr. Na, jemand dabei?

Ritas Literaturliste:

  • Blackburn, Simon: Truth. London 2017.
  • Blackburn, Simon: Wahrheit. Ein Wegweiser für Skeptiker. Aus dem Englischen von Andreas Hetzel. Darmstadt 2005.
  • Frankfurt, Harry G.: Bullshit. Frankfurt/Main 2006.
  • Grundmann, Thomas: Philosophische Wahrheitstheorien. Stuttgart 2018.
  • Nietzsche, Friedrich: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne. Online verfügbar unter www.nietzschesource.org
  • Regenbogen, Arnim/ Meyer, Uwe (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. „Wahrheit“. Hamburg 2013.

Songliste:

  • Silbermond – Irgendwas bleibt
  • Die Fantastischen Vier – Einfach sein

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Episode 45: Kurse in Verspannung

Zitat von Theodor Adorno zum Hobbies

Was ist eigentlich ein Hobby? Gute Frage, denn weder Rita noch Nora können so richtig was mit dem Begriff anfangen. Nora könnte allerhöchstens Kurse in Verspannung geben. Aber immerhin befinden wir uns damit in bester Gesellschaft, denn auch Theodor W. Adorno empfand die Frage nach seinen Hobbies – nunja – als Beleidigung. Aber warum eigentlich? Was ist ein Hobby und wie fühlt sich das an? Und was hat der Begriff mit dem zu tun, was wir heute als Leistungsgesellschaft bezeichnen? Ein Ergebnis des Gesprächs: Es gab eine Zeit, in der Erwerbsarbeit – in bestimmten Kreisen – als gar nicht so wichtig angesehen wurde. Viel anerkannter war zum Beispiel im 18. Jahrhunder das Gesellschaft leisten. Oder die Zeit, die in die Familie und die Erziehung des Nachwuchses investiert wurde. Ein ziemlich spannender Gedanke, oder? Klar, das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass andere Dinge in dieser Zeit jetzt nicht so richtig toll waren. Trotzdem lohnt es sich, die Idee dahinter mal etwas genauer zu betrachten.

Ritas Literaturliste:

 

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Episode 44: Anleitung zum Mutigsein

Zitat von Rita Molzberger: "Als Grundzug von Charakterlichkeit ist es Menschen zu eigen, in der ein oder anderen Weise Energie und Mut aufzubringen. Aber wofür sie den aufbringen und wogegen sie ihn aufbringen, wie ihre Lebensumstände sind und auch ihre Eigenschaften, das ist eben sehr unterschiedlich."

Was ist eigenlich Zivilcourage? Was ist es, das Menschen mutig macht? Das haben wir uns in dieser Episode gefragt. Denn jetzt gerade ist sehr viel in Bewegung. Überall erleben wir Protest und Widerstand. Egal ob im Hambacher Forst oder in Chemnitz. Einiges davon ist mutig und geleitet von Zivilcourage. Anderes wiederum nicht. Rita und Nora versuchen, das auseinander zu wurschteln und der inneren Strebkraft auf den Grund zu gehen. Kann jeder Mensch mutig sein? Ist uns das grundsätzlich zu eigen?

Ritas Literaturliste:

  • Adloff, Frank: Zivilgesellschaft: Theorie und politische Praxis. Frankfurt/Main, New York 2005.
  • Döring, Sabine (Hrsg.): Philosophie der Gefühle. Frankfurt/Main 2013.
  • Fink-Eitel, Hinrich/Lohmann, Georg (Hrsg.): Zur Philosophie der Gefühle. Frankfurt/Main 1993. [Hierin: Angehrn, Emil: Das Streben nach Sicherheit. Ein politisch-metaphysisches Problem.]
  • Nancy, Jean-Luc: Von einer Gemeinschaft, die sich nicht verwirklicht. Wien, Berlin 2018.
  • Schmidt, Jürgen: Zivilgesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek bei Hamburg 2007.
  • Wolffsohn, Michael: Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt. München 2016.
  • Zibis, Alexander Maria: Die Tugend des Mutes. Nietzsches Lehre von der Tapferkeit. Würzburg 2007.

Tweets zum Thema:

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Episode 43: Digitaler Müll und Demokratie

Zitat Moritz Riesewieck: Wir sollten darüber nachdenken, was wir da eigentlich ausverkaufen, wenn so zentrale Aufgaben von Öffentlichkeit von Privatfirmen verwaltet werden, die ganz andere Werte haben.

Der Film „The Cleaners“ zeigt die schmutzige Seite der Digitalisierung. Die beiden Autoren Florian Riesewieck und Hans Block machen darin für uns alle sichtbar, was die Unternehmen am liebsten weiter im Verborgenen hätten: Nämlich wie digitaler Müll aus den sozialen Netzwerken gefischt wird. Dazu gehören Bilder und Videos, die wir nicht sehen wollen – oder sollen. Bilder und Videos von Enthauptungen, Vergewaltigungen, live gestreamten Selbstmorden, aber auch Pornografie oder das, was dafür gehalten wird. Ein Job, den nicht etwa Algorithmen übernehmen, sondern Menschen. Sogenannte Content Moderator. Sie haben wenige Sekunden Zeit, um zu entscheiden: „Delete“ oder „ignore“ – also löschen oder ignorieren.

Die Frage ist aber nicht nur: Was macht dieser Job mit den Menschen, die in tagtäglich ausüben müssen. Die Frage ist auch: Was macht das mit uns? Was macht das mit unserer Demokratie. Wer macht die Regeln? Was heißt Zensur? Wie viel „Sauberkeit“ braucht das Netz?

Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Hans Block und Florian Riesewieck. Den Film „The Cleaners“ könnt ihr noch bis zum 18. September 2018 in der ARD Mediathek sehen.

Ritas Literaturliste:

  • Butler, Judith: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin 1998.
  • Pechriggl, Alice / Schober, Anna (Hrsg.): Hegemonie und die Kraft der Bilder. Klagenfurter Beiträge zur Virtuellen Kultur. Band 3. Köln 2013.
  • Riesewieck, Moritz: Digitale Drecksarbeit – Wie uns Facebook & Co. von dem Bösen erlösen. dtv 2017.
  • Sarasin, Philipp: Reizbare Maschinen. Eine Geschichte des Körpers 1765 – 1914. Frankfurt/Main 2001.
  • Sachs-Hombach, Klaus: Bilder – Sehen – Denken. Zum Verhältnis von begrifflich-philosophischen und empirisch-psychologischen Ansätzen in der bildungswissenschaftlichen Forschung. Köln 2011.
  • Thompson, Christiane / Schenk, Sabrina (Hrsg.): Zwischenwelten der Pädagogik. Paderborn 2017. [Hierin und auch andernorts v.a. die Arbeiten von Markus Rieger-Ladich und Olaf Sanders]

Der Film:

  • Block, Hans / Riesewieck, Moritz: The Cleaners. farbfilm home entertainment / Lighthouse Home Entertainment. 2018

Falls ihr Feedback direkt an Hans Block oder Moritz Riesewieck loswerden möchtet, dann schreibt an mail(at)laokoon(punkt)group

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Episode 42: „Durchgebimmelt und geläutert – Warum wir Werte brauchen“

Zitat von Rita: "Wenn ich den anderen beleidige, meinetwegen auch im Internet, macht das im Großen gedacht Freiheit kleiner."

Verrückt: Da nehmen wir ganz entspannt eine Podcast-Folge zum Theme Werte, Gemeinschaft, Freiheit und Demokratie auf – und dann werden die Ereignisse so aktuell, dass wir uns entscheiden, einen Tag früher mit der neuen Folge rauszurücken. Denn neben vielen schlauen Rita-Sätzen haben wir auch noch einen Neubürger dabei. Und der macht sich – anders als in anderen Folgen – diesmal lautstark bemerkbar. Was für uns völlig OK ist, wir mussten nur zwei kurze Pausen machen – eine dritte war dem Zwölf-Uhr-Gebimmel der Kirchenglocke geschuldet.

Aufbauend auf die letzte Folge fragen wir: Warum brauchen wir eigentlich Werte? – Und landen bei Rousseau und dem Gesellschaftsvertrag. Denn der fragt erstmal nach dem Gemeinwesen. Ausgehend vom Menschen als Solitair beschäftigt er sich mit der Frage, wie wir es vom Einzelgänger zu einer Gemeinschaft bringen. Und dafür müssen wir – genau – Werte definieren. Und zwar Werte, die uns und unsere Mitmenschen in ihrer Freiheit nicht beschränken. Ein Dilemma, das sich in Rousseaus Satz: „Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten“ ausdrückt.

Ritas Literaturliste:

  • Bender, Christiane: Freiheit, Verantwortung, direkte Demokratie: Zur Relevanz von Rousseau heute. 2012. Artikel verfügbar auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung.
  • Hansmann, Otto: Vom Menschen. Über Erziehung. Zum Bürger. Jean-Jacques Rousseau zur 300. Wiederkehr seines Geburtstages. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik. Heft 3. Paderborn 2012.
  • Koch, Lutz: Rousseau: Die Dialektik der Bildung. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik. Heft 1. Paderborn 2017.
  • Pirsig, Robert M.: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. Ein Versuch über Werte. 30. Auflage. Frankfurt/Main. 2007.
  • Rang, Martin: Rousseaus Lehre vom Menschen. Göttingen 1959. [Hierin v.a. das Kapitel: Entwicklung und Gesellschaft – Politische Erziehung.]
  • Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung. Stuttgart 1963.
  • Ders.: Vom Gesellschaftsvertrag. Stuttgart 1986.
  • Ders.: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen. Stuttgart 1998.
  • Scheler, Max: Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik. Neuer Versuch der Grundlegung eines ethischen Personalismus. 6. Auflage. Bern, München. 1980.

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Episode 41: „Ich liebe dich für 2,99!“

Zitat Rita Molzberger: Zunächst mal geht es um die Beziehung zwischen einem Gegenstand und seinem Maßstab beim Wert.

Wir haben Hörerpost bekommen – und eine Frage dazu: Was sind eigentlich Werte? Wie definieren wir die? Sehr gute Frage! Und eine von Ritas schlauen Antworten: „Wert ist ein Beziehungsbegriff, weil Menschen Werte zuweisen“. Dafür benutzen wir Maßstäbe. Zum Beispiel bei einem Wert wie Wahrheit. Wie wahr ist etwas? Oder für wie wahr halten wir etwas? Und ist das Wahrere dann auch das Bessere? Schließlich kann Wahrheit manchmal ganz schön unangenehm sein. Und was ist eigentlich mit sowas wie Pünktlichkeit? Wir sagen ja: „Ich lege Wert auf Pünktlichkeit“, aber ist damit Pünktlichkeit schon ein Wert an sich? Und was passiert mit einem Wert eigentlich, wenn ihn niemand mehr beachtet oder wenn wir ihn als hinderlich für die Gesellschaft verwerfen? Gibt es den viel beklagten Werteverfall wirklich? Oder findet eher ein Wertewandel statt? Ihr seht schon: Viele Fragen, die sich da auftun – und die Rita und Nora versuchen für euch ein bisschen zu klären.

Ritas Literaturliste:

  • Gorz, André: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie. Zürich 2004.
  • Gray, John: Raubtier Mensch. Die Illusion des Fortschritts. Stuttgart 2015.
  • Greenblatt, Stephen: Die Wende. Wie die Renaissance begann. München 2012.
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Werke, Band 1. Berlin 1966. [Original: 1867 ff.]
  • Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschlisches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band. Verlag von E. W. Fritzsch. Leipzig 1886. Abgerufen unter nietzschesource.org am 17.08.2018
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Vorlesung über Pädagogik. In: Winkler, Michael/ Brachmann, Jens (Hrsg.): Texte zur Pädagogik, Band 2. Frankfurt/Main 2000.
  • Zweig, Stefan: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam. Belrin 1981. [Original: 1934]

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Episode 40: Prüfungsangst – Von der guten Abrichtung gelehriger Körper

Zitat von Rita: "Wir wollen die Prüflinge irgendwie ängstlich und schwitzend im Wollanzug sitzen haben, weil es um Macht und Herrschaft geht und wir unsere Autorität damit anerkannt sehen wollen. Man könnte aber was anderes ritualisieren."

Dieser Themenvorschlag kommt von unserer Hörerin Kati. Es geht um Prüfungsangst, die Kati selber nicht kennt. Ihr fällt es leicht auf Bühnen zu stehen und Reden zu halten. Oder eben geprüft zu werden. Rita und Nora geht es da ein bisschen anders. Aber warum haben wir das überhaupt, Prüfungsangst und Lampenfieber? Warum werden geprüft? Welche Werte hängen damit zusammen? Es geht um Ehrfurcht, Macht, gesellschaftliche Anerkennung – und ganz oft auch um unsere Zukunft. Denn es hängen nicht nur von außen Erwartungen an einer Prüfungssituation, sondern natürlich auch die eigenen. An Prüfungen können wir scheitern – aber natürlich auch wachsen. Wir wachsen erst mal an dieser Folge.

Ritas Literaturliste:

  • Bollnow, Otto Friedrich: Das Wesen der Stimmungen. Studienausgabe Band 1. Würzburg 2009.
  • Florin, Christiane: Warum unsere Studenten so angepasst sind. Reinbek bei Hamburg 2014.
  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Frankfurt/Main 1977. (Hierin Kap. III „Disziplin“, „Die Mittel der guten Abrichtung“)

Noras Ergänzung:

  • Wehling, Elisabeth: Politischese Framing – Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Bonn. Herbert von Halem Verlag 2016

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