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Browsing Tag: Gesellschaft

Episode 95: Bröselig und drölfzelnd

„In dubio pro reo“ – unser ganzes Rechtssystem dreht sich um den Zweifel. Da aber weder Rita noch Nora Juristinnen sind, haben wir uns dem Zweifel anders genähert. Denn er beschäftigt uns gerade auch außerhalb des Rechtssystems. Selten war der Zweifel so sichtbar, wie während der gerade andauernden Corona-Pandemie. Warum zweifeln wir? Wie zweifeln wir? Und können wir am Zweifel zweifeln? Und warum eigentlich zwei-fel, wenn wir doch in der Regel viel mehr als zwei Fragen haben?

An dieser Stelle übrigens eine kleine Warnung: Diese Podcast-Episode kann Hirnwindungen verknoten und führt an dunkle Orte. Aber keine Sorge, wir lachen euch da wieder raus und nehmen euch an die Hand. Und zur Not habt einfach ein paar vegane Colaflaschen parat – oder was ihr sonst so gerne snackt.

Ritas Literaturlistse:

  • Descartes, René: Meditationen. Mit sämtlichen Einwänden und Erwiderungen. Hrsg. Von Christian Wohlers. Hamburg 2009.
  • Esser, Andrea: Irrationale Angst oder begründeter Zweifel. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie. 2012, S. 428f.
  • Giel, Klaus/ Obermeier, Otto-Peter/ Reusch, Siegfried (Hrsg.): Der Blaue Reiter, Journal für Philosophie. Die Kunst des Zweifelns. 4/2020
  • Philosophie Magazin/ Reclam-Verlag (Hrsg.): Und woran zweifelst Du? Leitfaden für das postfaktische Zeitalter. Stuttgart 2019.
  • Putnam, Hilary: Vernunft, Wahrheit und Geschichte. Frankfurt/Main 1990.
  • Searle, John: Minds, Brains and Programs. In. The Behavioral and Brain Sciences. 3/ 1980, pp. 417-457. Abrufbar unter http://et3r.ektf.hu/wp-content/uploads/2014/06/minds-brains-and-programs.pdf (Datum des letzten Abrufs: 02.09.2020)
  • Searle, John: Minds, Brains and Programs. In: The Behavioral and Brain Sciences 1980, pp. 417-457.

Triggerwarnung

  • Große, Jürgen: Erlaubte Zweifel. Cioran und die Philosophie. Berlin 2014.

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Episode 94: Endlich Prinzessung!

Feminismus ist Frauensache. So ein Quatsch. Denn eigentlich geht es im Feminismus darum, dass es allen in einer Gesellschaft besser geht, weil Ungleichheiten beseitigt werden. Und das nutzt auch Männern, die nicht selten selbst mit den festgefahrenen Rollenbildern und gesellschaftlichen Erwartungen zu kämpfen haben. Damit ist Feminismus, wenn er intersektional gedacht ist, eigentlich nur eine Form von Humanismus.

In dieser Folge geht es darum, wo Rita und Nora Ungleichheiten im Leben begegnen (Spoiler: immer und überall), warum wir ausführlich über das Thema reden möchten, was Mann tun muss, um ein guter Feminist zu sein (gar nicht schwierig eigentlich) und worum es dabei im Kern eigentlich geht. Außerdem erfahrt ihr, wie Rita das Thema im digitalen Box-Kanal fight24 untergebracht hat.

Ritas Literaturliste:

  • Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/Main 1991.
  • De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau. 21. Auflage. Hamburg 2000.
  • Doetsch, Brigitte: Frauen in Philosophie und Wissenschaft. Bielefeld 2004.
  • Emcke, Carolin: Wie wir begehren. Frankfurt/Main 2013.
  • Grach, Katja: Die MILF-Mädchenrechnung: Wie sich Frauen heute zwischen Fuckability-Zwang und Kinderstress aufreiben. Berlin 2018.
  • Greer, Germaine: Der weibliche Eunuch. Aufruf zur Befreiung der Frau. Frankfurt/Main 1974.
  • Hagengruber, Ruth: Die gestohlene Geschichte. In: Philosophie Magazin Sonderausgabe „Philosophinnen – Eine andere Geschichte des Denkens“, abrufbar unter https://philomag.de/hagengruber/ (Datum des letzten Abrufs: 27.08.2020)
  • Haraway, Donna: A Cyborg Manifesto. In: Socialist Review 1985. Abrufbar unter http://www.stanford.edu/dept/HPS/Haraway/CyborgManifesto.html (Datum des letzten Abrufs: 27.08.2020) Irigaray, Luce: Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts. Frankfurt/Main 1980.
  • Kelly, Natasha A. (Hrsg.): Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte. Münster 2019.
  • Moran, Caitlin: How To Be a Woman. London 2011.
  • Nin, Anaïs: Sanftmut des Zorns. Was es heißt, Frau zu sein. Frankfurt/Main 1982.
  • Passmann, Sophie: Alte weiße Männer. Ein Schlichtungsversuch. Köln 2019.
  • Stokowski, Margarethe: Untenrum frei. Hamburg 2016. Vale, Allison/ Ralfs, Victoria: How to Raise a Feminist. London 2017.

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Episode 90: Was? Ich? Weiß?

Rassismus und weiße Privilegien

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Rita und Nora haben einen Hinweis erhalten, dass Sie in Ihrer Episode „Einladung zum Zuhören“ als Reaktion auf die Black Lives Matter Proteste zwar ein Angebot gemacht haben, aber eines, das sich vor allem an weiße Hörer:innen richtet. Schwarze Hörer:innen haben sie dabei nicht mitgedacht. Ein Grund, da mal genauer hinzusehen und sich mit Weißsein und Rassismus auseinanderzusetzen. Der Hinweis kam von Natalie Ofori, Kulturwissenschaftlerin und Schwarz. An der Stelle ganz herzlichen Dank dafür! Denn, ja, sie hat mit ihrer Kritik völlig Recht. Wir haben zwar all jene eingeladen, sich mit Rassismus zu beschäftigen, die das bislang nicht getan haben. Aber das exkludiert Schwarze Hörer:innen, die sich vielleicht an der Stelle ein anderes Angebot gewünscht hätten. Denn für sie ist Rassismus nichts, womit man sich unbedingt mal beschäftigen muss, sondern Alltag. Warum hatten wir das nicht auf dem Schirm? Eine Frage, die wir uns dringend stellen müssen. Dabei hilft uns Josephine Apraku. Sie hat auf Instagram die Challenge #KritischeWeiß_heiten ins Leben gerufen. Dort stellt sie zwischen dem 6. Juni und dem 6. Juli 2020 jeden Tag eine Frage zum Thema Rassismuskritik und weiße Privilegien. Die Mitgründerin des Instituts für diskriminierungsfreie Bildung (IDB) Berlin, hat uns aus ihren vielen Fragen sechs ausgewählt, die wir in dieser Podcast-Folge besprechen wollen.

Das sind ihre Fragen:

  • Wann ist dir das erste Mal bewusst gewesen, dass du weiß bist? War dir zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass dein Weiß-Sein mit Privilegien einhergeht?
  • Das Lernen weißer Menschen zu Rassismus geht in der Regel mit Abwehr einher, wie bist du bisher mit deiner Abwehr umgegangen? Wie möchtest du in der Zukunft mit der Abwehr umgehen?
  • In den sozialen Medien sind wir vor allem von Menschen umgeben, die unsere Perspektiven weitestgehend teilen. Das macht es einfach, Solidarität zu bekunden. Wie gehst du mit dem Rassismus deiner weißen Familienmitglieder und Freund*innen um? Wie unterstützt du andere weiße Menschen in ihrem Lernprozess?
  • Wie trägst du als weiße Person im Alltag (im Beruf, der Kita, der Schule) dafür Sorge, dass sich nicht nur Menschen, die Rassismus erfahren gegen ihn einsetzten müssen?
  • Welche Ressourcen und Räume stellst du Schwarzen Menschen und Organisationen regelmäßig zur Verfügung (Geld, Arbeitszeit)?
  • Wie kannst du deinen Lernprozess zu Weiß-Sein und zu Rassismus im Alltag (im Beruf, der Kita, der Schule, mit Familie und Freund*innen)für deine Rassismuskritik produktiv machen?

Disclaimer: In einer Stunde können wir natürlich nicht alle Aspekte, die mit Rassismus zusammenhängen, besprechen. Es ist ein Anfang. Das Angebot richtet sich vor allem an weiße Hörer:innen, die sich bislang noch nicht so intensiv mit Rassismus und kritischem Weißsein auseinandergesetzt haben. Grundsätzlich wollen wir aber natürlich niemanden ausschließen. Wir können uns aber vorstellen, dass es für Schwarze Hörer:innen anstrengend und nervig ist, wenn wir als weiße Frauen darüber sprechen, wie wir etwas verhandeln, das für sie schon immer zum Alltag gehört.

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Episode 88: Einladung zum Zuhören

Wir hatten uns eigentlich ein anderes Thema vorgenommen. Aber angesichts des Mordes an George Floyd und der Lage in den USA, aber auch angesichts dessen, was Schwarze Menschen in Deutschland Tag für Tag an Rassismus und Diskriminierung erleben, scheint uns das einfach alles zu banal. Denn wir, Rita und Nora, sind zwei weiße Frauen. Wiewohl es gute, weiße Rassismusforscherinnen gibt, wie Rita anmerkt, nur sie selber ist eben keine – weshalb sie an dieser Stelle als weiße Wissenschaftlerin eben nicht das Wort ergreifen möchte. Das Thema Rassismus ist uns aber so wichtig, dass wir an dieser Stelle eine Einladung aussprechen wollen: Wir schenken euch die Stunde, die ihr damit verbringen würdet uns zuzuhören und laden euch ein, stattdessen Podcasts oder Hörbücher von und mit Schwarzen Menschen zu hören. Hier sind unsere Vorschläge:

Hör- und Lesetipps:

Das hier ist nur ein Startpunkt, um sich mit der Thematik zu beschäftigen. Wir haben absichtlich nur einige wenige ausgesucht, damit diejenigen, die sich bislang noch nicht intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt haben, nicht aus einem riesigen Angebot auswählen müssen. Es gibt allerdings noch viele, viele weitere Menschen und auch Podcasts, die sich intensiv mit dem Thema Rassismus beschäftigen. Ihr findet zahlreiche Hinweise auf Plattformen wie Twitter und instagram. Aber auch bei den vorgestellten Initiativen.

Episode 85: Nenn es nicht Langeweile!

Es sind alles andere als langweilige Zeiten. Es sind fordernde Zeiten. Und trotzdem finden sich im Internet unzählige Tipps für Menschen, die jetzt gegen Langeweile kämpfen. Aber ist das wirklich das richtige Wort für den Zustand, den diese Menschen erleben? Ist die eigentliche Ursache nicht eine andere, nämlich soziale Isolation zum Beispiel? Klar, einigen wird die Zeit wirklich lang. Sie schwimmen in einem Meer von Zeit. Auch, weil sie ihrer Arbeit während der Corona-Pandemie nicht mehr nachgehen können. Aber selbst dann scheint der Begriff Langeweile zu banal. Und für viele Menschen ist auch zutreffend, dass ihnen gar nicht langweilig ist, wenn sie gerade keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Denn auch ohne kann ein Leben angefüllt sein mit Aufgaben, sei es in der Familie, im Freundeskreis oder aber auch mit anderen Beschäftigungen, denen wir gerne nachgehen, ohne damit Geld zu verdienen. In dieser Episode diskutieren Rita und Nora das Phänomen Langeweile im Bezug zur Arbeit und ihrem Stellenwert in der Gesellschaft.

Ritas Literaturliste:

  • Aßländer, Michael/Wagner, Bernd: Philosophie der Arbeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Frankfurt/Main 2017.
  • Elias, Norbert: Über die Zeit. Frankfurt/Main 1988.
  • Kaempfer, Wolfgang: Zeit des Menschen. Das Doppelspiel der Zeit im Spektrum der menschlichen Erfahrung. Frankfurt/Main und Leipzig 1996. (S. 237 ff.: „Der Wirtschaftsprozeß“)
  • Lionni, Leo: Frederick. Ersterscheinung 1967.
  • Maslow, Abraham: A Theory of Human Motivation. In: Psychological Review, Vol. 50 No. 4. 1943, pp. 370-396.
  • Schmid, Helga: Uchronia. Designing Time. Basel 2020.
  • Virilio, Paul: Geschwindigkeit und Politik. Berlin 2008.
  • Wendorff, Rudolf: Der Mensch und die Zeit. Ein Essay. Opladen 1988. 153ff.: „Zeit und Wirtschaft“ sowie S. 165ff.: „Arbeitszeit und Privatzeit“)
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Episode 83: Das Virus schubst den Spieltisch um

Mit dieser Situation haben wohl die wenigsten von uns gerechnet: Ein neuartiges Virus legt gerade unser Leben lahm. Zumindest das, was wir bislang gewohnt waren. Mit weitreichenden Folgen, die wir zu großen Teilen noch nicht absehen können. Wir – und das schließt Rita und Nora mit ein – befinden uns hier in Deutschland gerade erst am Anfang. Und deshalb können wir noch gar nicht so richtig viel sagen zu dem, was passiert. Trotzdem wollen wir uns die Zeit nehmen, zumindest das mal zu reflektieren, was wir zur Zeit beobachten können. Und gemeinsam mit- und nachdenken über das, was gerade passiert. Was diese Corona-Pandemie mit uns macht – im Kleinen wie im Großen. Und wie wir gerade auch Gesellschaft neu verhandeln.

Ritas Literaturliste:

  • Cassirer, Ernst: Schriften zur Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt. 1997
  • Horx, Matthias: Die Welt nach Corona. Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise vorbei ist. https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/ abgerufen am 27.3.2020
  • Klafki, Wolfgang: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik – zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim/Basel. 2007
  • Marquard, Odo: Medizinerfolg und Medizinkritik – Die modernen Menschen als Prinzessinnen auf der Erbse in Skepsis und Zustimmung. Stuttgart. 1994
  • Biehl, Peter: Symbole – ihre Bedeutung für menschliche Bildung, Zeitschrift für Pädagogik 38 (1992) 2, https://www.pedocs.de/volltexte/2018/13958/pdf/ZfPaed_1992_2_Biehl_Symbole_ihre_Bedeutung.pdf, abgerufen am 27.3.2020

Noras Podcast-Tipp

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Episode 82: Welt(anschauungs)schmerz

Aktuell sind viele von uns damit beschäftigt, ihre Lebensumstände neu zu sortieren, weil das Corona-Virus große Umstellungen verlangt. Aber auch die ersten beiden Monate des Jahres 2020 hatten es bereits in sich. Da gab es das #Omagate, den Tabubruch von Thüringen, die rassistischen Morde in Hanau und ganz aktuell den unmenschlichen Umgang mit Geflüchteten an der türkisch-griechischen Grenze, bei denen die Menschenrechte, Grundwerte der europäischen Union, mit Füßen getreten werden. Beim Blick in die Welt tut Nora gerade das Herz weh. Und ja, das klingt pathetisch. Aber es ist tatsächlich so. Aber woher kommt dieser Weltschmerz? Welchen Platz hat er in unserer Gesellschaft und wie können wir damit umgehen? Darüber sprechen Rita und Nora in dieser Ausgabe des „Was denkst du denn?“ Podcast.

Ritas Literaturliste:

  • Burchardt, Matthias: Erziehung im Weltbezug: Zur pädagogischen Anthropologie Eugen Finks. Würzburg 2001.
  • Fink, Eugen: Der Mensch als Fragment. In: Ders.: Zur Krisenlage des modernen Menschen. Würzburg 1989.
  • Fink, Eugen: Grundphänomene des menschlichen Daseins. 2., unveränderte Auflage. Freiburg 1995
  • Frost, Ursula: Bildung und Öffentlichkeit. Über allgemeine und politische Bildung. In: Obermaier, Michael (Hrsg.): Humane Ökologie. Gesellschaftliche Fragmentierungen – pädagogische Suchbewegungen. Paderborn 2012.
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Vorlesungen über Pädagogik (1813). In: Ders.: Texte zur Pädagogik. Kommentierte Studienausgabe. Hrsg. von Michael Winkler und Jens Brachmann. Frankfurt 2000.
  • Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. München 1998.
  • Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus. Werkausgabe Band 1. Frankfurt/Main 1984.

Noras Linkliste:

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Episode 81: Spalter! Spalter!

Immer wieder geht es in Diskussionen um die Spaltung der Gesellschaft. Besonders präsent war da Anfang des Jahres die angebliche Spaltung der Generationen. Aber auch sonst wird gerne und oft von bestimmten Spaltungen gesprochen. Am Beispiel des Generationenkonfliktes – den es ohnehin schon immer gab – suchen wir nach diesen Spaltungen. Wo verlaufen diese Grenzen? Wer setzt die? Und: Warum? Und natürlich kommt auch die Frage auf, ob das überhaupt so schlimm ist alles? Denn eine Gesellschaft ist nunmal eine Ansammlung von Menschen, die eben nicht gleich sind. Die sich aber darauf geeinigt haben, im Grundsatz das Gleiche zu wollen. Das es neben diesen Grundsätzen auch Uneinigkeit gibt, gesellschaftliche Lücken und Brüche, das weist uns darauf hin, wie gut es uns gelingt, diese Grundsätze zu mit Leben zu füllen. Statt sie mit Angst zu betrachten, wäre es hilfreich, sie zunächst anzuerkennen. Und dann gäbe es ja auch die Möglichkeit, Brücken zu bauen. Was dafür nötig ist und warum sich Nora demnächst vielleicht einen grünen Punkt und eine gelbe Tonnen tättowieren lässt … darum geht’s in dieser Folge.

Ritas Literaturliste:

  • Ecarius, Jutta: Generation, Erziehung und Bildung. Eine Einführung. Stuttgart 2008.
  • Frost, Ursula: Erziehung als Generationenverhältnis. In: Mertens, Gerhard et al. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Band 1. Paderborn 2008, S. 167-173.
  • Furth, Peter: Phänomenologie der Enttäuschungen. Frankfurt/Main 1991.
  • Hafeneger, Benno: Anerkennung, Respekt und Achtung. Dimensionen in den pädagogischen Generationenbeziehungen. In: Hafeneger, Benno/ Henkenburg, Peter/ Scherr, Albert (Hrsg.): Pädagogik der Anerkennung. Schwalbach i.T. 2002, S. 45-62.
  • Krais, Beate/Gebauer, Gunter: Habitus. 7. Auflage. Bielefeld 2017.
  • Liebau, Eckart (Hrsg.): Das Generationenverhältnis. Über das Zusammenleben in Familie und Gesellschaft. Weinheim u. München 1997.
  • Zimmermann, Hans-Peter/de Leuw, Peter: Die feinen Unterschiede und wie sie entstehen. Pierre Bourdieu erforscht unseren Alltag. Sendung des HR am 3.11.1983, verfügbar unter https://youtu.be/gQSYewA03BU (Datum des letzten Abrufs: 19.02.2020)
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Episode 80: Den Mittelfinger in die Wunde

Wer oder was sind eigentlich Intellektuelle? Was ist ihre Aufgabe in unserer Gesellschaft? Und, was hat das Ganze mit Anstand zu tun? Während Nora sich fragt, ob man die beiden Themen überhaupt zusammenrühren kann, ist Rita sicher: Die gehen gar nicht ohne einander. Und schon geht sie los, die lustige und manchmal auch schmerzhafte Reise ins Reich der Intellektualität. Angefangen mit der Dreyfus-Affäre in Frankreich 1894 bis hin zu den Denkerinnen und Denkern der Gegenwart – und dem Tabubruch von Thüringen. Denn eins ist auch klar: Das Intellektuelle lässt sich auch vom Politischen nicht trennen.

Ritas Literaturliste:

  • Bering, Dietz: Die Intellektuellen. Geschichte eines Schimpfwortes. Stuttgart 1978.
  • Foucault, Michel: Die politische Funktion des Intellektuellen. In: Ders.: Schriften in vier Bänden. Dits et Ecrits, Bd. III: 1976-1979. Hrsg. von Daniel Defert/ François Ewald. Frankfurt/Main 2003.
  • Frisch, Max: Fragebogen. 17. Auflage. Berlin 1998.
  • Sartre, Jean-Paul: Plädoyer für die Intellektuellen. In: Ders.: Gesammelte Werke. Bd. 6: Politische Schriften. Reinbeck 1995.
  • Stuhlmann, Gunther (Hrsg.): Die Tagebücher der Anaïs Nin. Band 2: 1934-1939. München 1994.
  • Zeh, Juli: Treideln. München 2015.

Noras Twitterlektuelle:

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Episode 79: Erinnern und … was nochmal?

Woran erinnern wir uns eigentlich? Und wie entscheiden wir, woran und an wen oder auch an was wir erinnern. Denn es ist schlicht unmöglich an alles zu erinnern, was passiert ist. Oder an jede einzelne Person. Auf der anderen Seite ist es auch unglaublich schwierig, etwas absichtlich zu vergessen. Und trotzdem geraten Dinge, Geschichten, Erlebnisse und historische Ereignisse in Vergessenheit. Euch schwirrt jetzt schon der Kopf?

Gut, dann seid ihr bei uns genau richtig. Diese Folge hat nämlich auch unsere Synapsen mächtig durcheinander gewirbelt. Und damit es auch ja nicht langweilig wird, diskutieren wir als kleinen Bonus noch die Frage, ob es „ich erinnere das“ oder „ich erinnere mich“ heißt. Und warum wir eine der beiden Varianten deutlich bevorzugen.

Um geklaute und vergessene Fahrräder geht’s übrigens auch. Deshalb hier für euch noch ein Musikwunsch von Rita:

Und von Nora gibt es einen Hörtipp:
Eine Stunde Talk mit Julia Shaw – 100 Prozent deiner Erinnerungen sind falsch

Ritas Literaturliste:

  • Assmann, Aleida: Formen des Vergessens. Reihe Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge. Hrsg. von Bernhard Jussen und Susanne Scholz. Bd. 9. Göttingen. 2016.

Augé, Marc: Formen des Vergessens. Berlin: Matthes und Seitz. 2013.
  • Blum, André / Georgen, Theresa / Knapp, Wolfgang / Sellier, Veronika (Hrsg.): Potentiale des Vergessens. Würzburg. 2012.
  • Eco, Umberto: An Ars Oblivionalis? Forget it! In: Publications oft he Modern Language Association, Vol. 103, 05/1988, pp. 154-261. Online verfügbar unter: https://www.jstor.org/stable/462374?origin=JSTOR-pdf&seq=1#metadata_info_tab_contents (Datum des letzten Abrufs: 21.01.2020)

  • Mersch, Dieter: Paradoxien, Ethik und Poetik von Erinnern und Vergessen. Als PDF verfügbar unter http://www.dieter-mersch.de/Texte/PDF-s/ (Datum des letzten Abrufs: 23.01.2020)
  • Nietzsche, Friedrich: Unzeitgemäße Betrachtungen. Zweites Stück: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben. In: Ders.: Sämtliche Werke. KSA, Band 1. Hrsg. Von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. München et al. 1980.
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