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Episode 168: Üppiges Chaos

Die Welt ist laut, chaotisch und alle schreien durcheinander. Wie kommen wir da zu Erkenntnissen? Wie finden wir Orientierung, Austausch und Zeit zuzuhören? Genau das ist Aufgabe von Moderation. Balance herzustellen. Das Leise lauter und das Laute leiser zu machen. Komplexität zu reduzieren, wo sie überfordert oder hinzuzufügen, wo sie weggelassen wird. Wir sprechen mit Moderatorin Elif Şenel über die Kunst zu moderieren.

Wer sie noch nicht kennt: Elif Şenel moderiert unter anderem das „Tagesgespräch“ bei WDR 5. Ein Format, in dem das hörende Publikum zu Wort kommt. Etwas, worauf man sich nicht vorbereiten kann, denn wer sich wie zu welchem Thema äußert, ist sehr unterschiedlich. Für Elif Şenel etwas Wunderbares, weil sie so mit Menschen ins Gespräch kommt, die sie vielleicht so auf der Straße gar nicht treffen würde. Aber natürlich ist das auch herausfordernd.

Ein Gespräch über die Kunst der Moderation, über Augenhöhe, Zuhören, echte Gespräche mit Erkenntnisgewinn und Fehlerkultur.

Ritas Literaturliste:

  • Anscombe, G. E. M. (2000): Absicht. Frankfurt/Main. [Orig. 1957]
  • Aristoteles (2020): Nikomachische Ethik. Griechisch–Deutsch, übersetzt und hrsg. von Gernot Krapinger. Stuttgart.
  • Lyssenko, Viktoria (2002): The hard task of hitting the mean: Aristotle’s mean (mesotes) and Buddha’s middle path (Majjhima Patipad). In: Acta Orientalia Vilnensia, S. 81-92.
  • Peters, Werner (1992): Mitte und Maß. In: Guggenberger, Bernd/ Hansen, Klaus (Hrsg.): Die Mitte. Vermessungen in Politik und Kultur. Wiesbaden.
  • Prüwer, Tobias (2011): Zwischen Skylla und Charybdis: Motive von Maß und Mitte: In: Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (Hrsg.): Ordnung. Macht, Extremismus. Wiesbaden, S. 59-84.

Elifs Literaturtipps:

  • Pörksen, Bernhard (2025): Zuhören – Die Kunst, sich der Welt zu öffnen. München.
  • Nordqvist, Sven (1997): Fndus und der Hahn im Korb. Hamburg.

Noras Literaturtipps:

  • Rabe, Anne (2025): Das M-Wort – Gegen die Verachtung der Moral. Stuttgart.
  • Sahebi, Gilda (2025): Verbinden statt spalten – Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung. Frankfurt am Main.

Noras Literaturtipps:

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Episode 167: Wer ist hier empowert?

Was ist eigentlich Empowerment? Das ist gar nicht so einfach zu klären, denn die inflationäre Verwendung des Begriffs sorgt zunehmend dafür, dass seine Bedeutung verschwimmt und zerfasert. Dabei ist der Grundgedanke, nämlich Räume zu schaffen, in denen Menschen eine Bestärkung ihres Selbst erfahren, grundsätzlich ein guter.

Aber auch Empowerment wird immer mehr zu einem Buzzword. Zum Geschäft. Und Nicole vom „Kleine Pause Podcast“ hat sich gefragt, welche Folgen das hat. Und welche Rolle auch Autorität dabei spielt, wenn Menschen sich gegenseitig bestärken und Macht und Machtpositionen gesellschaftlich neu verhandelt werden. Genau das versuchen wir in dieser Folge auszuloten und zu durchdenken.

Ritas Literaturliste:

  • Albert, Hans: Freiheit und Ordnung: Zwei Abhandlungen zum Problem einer offenen Gesellschaft. Beiträge zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, Band 109. Tübingen 1986.
  • Arendt, Hannah: Was ist Autorität? In: Dies.: Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken I. München 1994. S. 159-200. [Orig. 1956]
  • Neiman, Susan: Moralische Klarheit: Eine Anleitung für erwachsene Idealisten. Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. München. 2009.
  • Srinivasan, Amia: Das Recht auf Sex: Feminismus im 21. Jahrhundert. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Frankfurt/Main. 2022.
  • Wille, Katrin: Feministische Theorie und Praxis der Autorität. In: Landweer, Hilge/ Newmark, Catherine (Hrsg.): Wie männlich ist Autorität? Frankfurt/Main, New York. 2018. S. 343-359. Online verfügbar unter https://www.uni-hildesheim.de/media/fb2/philosophie/Forschung_und_Promotion/Feministische_Kritik/Veroeffentlichungen/Wille-Autoritaet-Campus-2018.pdf (Datum des letzten Abrufs: 23.08.2025)

Nicoles Literaturtipps:

  • hooks, belle: Die Welt verändern lernen. Unrast. 2025
  • hooks, belle: Kritisch denken lernen. Unrast. 2025
  • hooks, belle: Gemeinschaft leben lernen. Unrast. 2025
  • Randak, Nadine: Emanzipation, Erziehung, Empowerment – Über einen (nicht nur) pädagogischen Paradigmenwechsel und seine Folgen. In: Gräber, Sebastian / Gutfleisch, Henning / Probst, Tarek / Stahl, Anna-Josepha / Viol, Patrick / Wevelsiep, Max (Hrsg): Halbbildung – Kritische Theorie der Pädgogik. Verbrecher-Verlag. 2025.
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Episode 166: Göttliches Gelächter

Hat Humor eigentlich Grenzen, wenn es um Religion geht? Wie viel Humor hat das Göttliche und warum reagieren Menschen sensibel, wenn über den Glauben gelacht wird? Mit diesen Fragen beschäftigen sich in dieser Folge des „Was denkst du denn? Podcast die Journalistin Nora Hespers, die Philosophin Dr. Rita Molzberger und der Theologe, Clown und Sportwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider.

Ritas und Stefans Literaturliste:

  • Fink, Eugen (1960): Nietzsches Philosophie. Stuttgart. (v.a. Kap. 1: Die Artisten-Metaphysik, S. 7-42)
  • Gaut, Berys Nigel (1998): Just Joking: The Ethics and Aesthetics of Humor. In: Philosophy and Literature 22 Baltimore, S. 51-68.
  • Göktürk, Deniz (2017): Die Komik der Kultur. In: Wirth, Uwe (Hrsg.): Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart, S. 160-172.
  • Götz, Ignacio L. (2002): Faith, Humor and Paradox. Westport, CT.
  • Hemmelmann, Petra (2021): Ausgelacht? Die alte und neue Frage nach den Grenzen des Humors. In: Communicatio Socialis 1/2021. Online abrufbar unter https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0010-3497-2021-1-7.pdf?downloadfullpdf=1 (Datum des letzten Abrufs: 14.07.2025)
  • Kehlmann, Daniel (2017): Tyll. Reinbek.
  • Körner, Felix (2021): Der religiöse Witz. Zur Unterdrückung von Unterdrückung. In: Winkler, Ulrich/Boerger, Christian/Klenk, Joel (Hrsg.): Von Peripherien und Zentren, Mächten und Gewalten. Jerusalemer Ansätze für eine postkoloniale Theologie. Münster, S. 191ff.
  • Menze, Nadia (2024): Zur Anatomie der Karikatur. Aschaffenburg.
  • Moore, Christopher (2002): Die Bibel nach Biff. München.
  • Niven, John (2012): Gott bewahre. München. 
  • Plass, Adrian (2020): Tagebuch eines frommen Chaoten. Moers.
  • Tucholsky, Kurt Wrobel, Ignaz: Was darf die Satire? Gesammelte Werke in 10 Bänden. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Band 2. Reinbek, S. 42 ff. [Orig. 1919]
  • Wieß, Andreas G. (2021): Ausgelacht?! Glaube und die Grenzen des Humors. Freiburg i. Br.
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Episode 165: Hold my Sachlichkeit

Allyship – ein viel genutzter Begriff, wenn es darum geht, marginalisierte und diskriminierte Menschen in ihrem Kampf um Wahrnehmbarkeit zu unterstützen, ihnen zur Seite zu stehen, Räume zu öffnen und zu halten. Immer wieder wird Allyship auch in sozialen Netzwerken thematisiert, gefordert und gelebt. Aber wie macht man das eigentlich richtig? Und wie kommen wir von performativer Allyship in gelebte Solidarität?

An konkreten Beispielen versuchen wir in dieser Folge, uns dem Begriff Allyship zu nähern und fragen uns, was es eigentlich braucht, um eine guter Ally zu sein? Und ob es am Ende ausschließlich um die Solidarität und Unterstützung von marginalisierten Personengruppen geht oder ob sich unser Engagement nicht eher auf ein drittes stützen muss – nämlich geteilten Werten. Und welche Rolle spielen dabei eigentlich Privilegien, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten?

Ritas Literaturliste:

  • Fallwickl, Mareike (2025): Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen. Briefe an die kommenden Generationen, Band 5. München.
  • Kalina, Peter (2020): Performative Allyship. In: Technium Social Sciences Journal 11, S. 478-481.
  • Kaufmannn, Margrit E. (2021): Solidarität als Kritik. Gerechtigkeit in Zeiten von Abstandsregelungen, Appellen und Allyship. In: Sozialmagazin 8, S. 14 – 23.
  • Masurkewitz-Möller, Julia (2023): Formen der Solidarität. Eine Begriffssystematik. Bielefeld.
  • Roig, Emilia (2024): Lieben. Berlin.
  • Sunderman, Zachary (2023): Dilemmas of Allyship. White Anti-Racists and the Challenges of Social Justice. London.
  • Susemichel, Lea/ Kastner, Jens (Hrsg.) (2021): Unbedingte Solidarität. Münster.

Noras Literaturtipp:

  • Endler, Rebekka (2025): Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen. Hamburg.
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Episode 164: Denken mit KnI

Womit denken wir eigentlich und was nimmt uns KI ab, wenn wir das Denken an große Sprachmodelle abgeben, die lediglich menschliches Denken simulieren?

Künstliche Intelligenz bringt große Verunsicherung mit sich. Und doch trauen wir den großen Sprachmodellen wie ChatGPT zu, schlauer zu sein als wir. Eindeutige Antworten zu liefern und damit unser Leben zu erleichtern. Bisweilen stellen wir aber fest, dass wir es doch besser wissen – oder sich unsere Schleichwege zur Erkenntnis als effektiver herausstellen. Im wahren und übertragenen Sinne. In dieser Folge fragen sich Rita und Nora, womit wir eigentlich denken, wovon unser denken abhängig ist und wieso es KI gelingt, uns Denken zu simulieren. Welche Rolle spielen unsere Körper dabei, wenn es um Welterfahrung und Lernprozesse geht – und können wir überhaupt ohne Körper denken? Und ohne die anderen Menschen im Raum? Denn auch wenn große Sprachmodelle den Vorteil haben, dass sie uns optisch nicht bewerten – vielleicht brauchen wir auch die Zumutung in Gesellschaft zu sein, um daran zu wachsen.

Ritas Literaturliste:

  • Alloa, Emmanuel/ Bedorf, Thomas/ Grüny, Christian/ Klass, Tobias Nikolaus (Hrsg.) (2019): Leiblichkeit. Geschichte und Aktualität eines Konzepts. 2. Auflage. Tübingen.
  • Böhme, Gernot (2003): Leibsein als Aufgabe. Leibphilosophie in pragmatischer Hinsicht. Baden-Baden.
  • Böhme, Gernot (2008): Ethik leiblicher Existenz. Über unseren moralischen Umgang mit der eigenen Natur. Frankfurt/Main.
  • Brinkmann, Malte/ Türstig, Johannes/ Weber-Spanknebel, Martin (Hrsg.) (2019): Leib – Leiblichkeit – Embodiment. Wiesbaden.
  • Cantieni, Benita/ Hüther, Gerald/ Storch, Maja/ Tschacher, Wolfgang (2022): Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. 4. Auflage. Bern.
  • Gerl-Falkovitz, Hanna-Barbara (2022): Leib mehr als Körper. Bemerkungen zu Edith Steins Anthropologie. In: Revista Portuguesa de Filosofia, S. 347-360.
  • Kleiner, Konrad (2019): Konturen von Zeit und Zeitdidaktik. Zur Orchestrierung von Lehr- und Lern-Zeit in Bewegung und Sport. In: In Esterbauer, Reinhold/ Palette, Andrea/ Meer, Julia (Hrsg.): Der Leib und seine Zeit. Temporale Prozesse des Körpers und deren Dysregulationen im Burnout und bei anderen Leiberfahrungen. München, S. 227-270.
  • Leder, Drew (1990): The absent body. Chicago.
  • Merleau-Ponty, Maurice (2006): Causerien 1948. Köln.
  • Noë, Alva (2010): Du bist nicht Dein Gehirn. Eine radikale Philosophie des Bewusstseins. München, Zürich.
  • O‘ Connell, Mark (2019): To Be a Machine: Adventures Among Cyborgs, Utopians, Hackers, and the Futurists Solving the Modest Problem of Death. London.
  • Putnam, Hilary (1999): The Threefold Cord Mind, Body and World. New York.
  • Thiele, Jörg (2006): Maurice Merleau-Ponty: Phänomenologie der Wahrnehmung (1966). In: Court, Jürgen/ Meinberg, Eckhard (Hrsg.): Klassiker und Wegbereiter der Sportwissenschaft. Stuttgart, S. 398-405.
  • Waldenfels, Bernhard (2000): Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes. Frankfurt/Main.
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Episode 163: Patriarchale Mythen

In ihrem ersten Buch „Das patriarchat der Dinge“ ist die Journalistin und Autorin Rebekka Endler der Frage nachgegangen, wie patriarchales Design unsere Umgebung bestimmt. In ihrem zweiten Buch begibt sie sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Patriarchats und die Frage, was das mit Geschichtserzählung zu tun hat.

Geschichte hat abertausende Autor*innen und das, was kleben bleibt, ist nicht unbedingt das, was am wahrscheinlichsten war, sondern das, was wir als Gesellschaft am wahrscheinlichsten sexy fanden und deswegen weitererzählt haben.

Rebekka Endler

Am 13. Mai 2025 erscheint „Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen“ und deshalb freuen wir uns sehr, dass Rebekka Endler Zeit gefunden hat, im „Was denkst du denn?“ Podcast vorbeizuschneien, um mit uns über ihre Recherchen und das neue Buch zu sprechen. Denn – ihr werdet es vielleicht gemerkt haben – auch wir beschäftigen uns immer wieder mit patriarchalen Hierarchien und den Auswirkungen auf unsere Leben. Ausschlaggebend für die Recherchen zum neuen Buch war eine Frage, die Rebekka Endler auf ihren Lesungen zum ersten Buch immer wieder gestellt wurde: Wo kommt es denn jetzt her, das Patriarchat. Warum sind die Dinge, wie sie sind? Eine Frage, auf die Rebekka Endler drei Jahre lang Antworten gesucht hat. Und unter anderem darauf gestoßen ist, dass es auch mit den Geschichten zu tun hat, die wir uns erzählen.

Rebekka Endler ist nicht nur Journalistin und Autorin, sie veröffentlicht gemeinsam mit der Journalistin und Autorin Annika Brockschmidt den Podcast „Feminist Shelf Control“ (Spotify-Link).

Ritas Literaturliste:

  • Endler, Rebekka (2025): Witches, Bitches, It-Girls. Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen. Hamburg.
  • Gerhard, Ute (2017): Patriarchat – Patriarchalismus: Kampfparole und analytisches Konzept. In: Kortendiek, Beate/ Riegraf, Birgit/ Sabisch, Katja (Hrsg.): Handbuch interdisziplinäre Geschlechterforschung. Band 1. Wiesbaden, S. 221-230.
  • Kuster, Friederike (2020): Leben wir schon im Post-Patriarchat? In: Rendtorff, Barbara/ Mahs, Claudia/ Warmuth, Anne-Dorothee (Hrsg.): Geschlechterverwirrungen. Was wir wissen, was wir glauben und was nicht stimmt. Frankfurt/Main, New York, S. 116-122.
  • Radford Ruether, Rosemary (2007): „Patriarchy“. In: Malti-Douglas, Fedwa (Hrsg.): Encyclopedia of Sex and Gender. Band 3. Detroit, S. 1104-1106.
  • Warda, Johanna (2023): Die Entdeckung des Patriarchats. In: fluter. Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Abrufbar unter https://www.fluter.de/barbie-film-feminismus-mattel (Datum des letzten Abrufs: 07.05.2025)
  • Winkler, Katharina (2017): Blauschmuck. Berlin.
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Episode 162: Digitale Aufklärung

Wie abhängig sind wir eigentlich inzwischen von digitalen Apps und Anwendungen? Und wie sieht eigentlich Aufklärung aus im digitalen Zeitalter. Dazu schauen wir uns die Fragen an, die von der historischen Aufklärung gestellt wurden. Es geht zum Beispiel um die Frage nach der Mündigkeit. Aber auch darum im Angesicht von Künstlicher Intelligenz zu fragen, was eigentlich der Mensch ist.

Rita hat dazu unter anderem ChatGPT auf Herz und Nieren geprüft und stellt fest: Noch ist der künstlichen Intelligenz die analoge Intelligenz „Rita“ deutlich überlegen. Und wir stellen fest, dass die Fragen der Aufklärung hoch aktuell sind, und vielleicht neu beantwortet werden müssen.

Ritas Literaturliste:

  • AG Digitalitätsforschung/ Philosophie der Digitalität der DGPhil: Digitaler, kuratierter Handapparat unter https://digitale-philosophie.de/publikationen/digitaler-handapparat (Datum des letzten Abrufs: 08.04.2025)
  • Gramelsberger, Gabriele: Philosophie des Digitalen zur Einführung. Hamburg 2024.  
  • Harris, Michael John: The End of Absence: Reclaiming What We’ve Lost in a World of Constant Connection. London 2015.
  • Krämer, Sybille/ Noller, Jörg (Hrsg.): Was ist digitale Philosophie? Phänomene, Formen und Methoden. Paderborn 2024.
  • Nida-Rümelin, Julian/ Wiedenfeld, Nathalie: Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. München 2018.

Noras Linktipp:

Aus dem Weird-Newsletter von Krautreporter: Reporterin Theresa Bäuerlein hat ChatGPT gebeten, ein korrektes Bild der Klitoris zu erstellen. Das Ergebnis findet ihr in diesem instagram-Post

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Episode 161: Eigentümlich

Es ist schon erstaunlich, wo einen die Gedanken hintragen wenn es um das Thema Eigentum geht. Von der Frage, was uns denn zu eigen ist, über die Frage, was wir nicht als Eigentum betrachten bis hin zu den Emotionen, die damit verbunden sind. Es sind so viele Themen anhängig, dass es eigentlich eine ganze Podcastreihe dazu bräuchte. Wir fangen mal mit einer Stunde an.

Es geht um Kapitalismuskritik, Neuen Materialismus und Posthumanismus. Darum, was wir überhaupt als „eigen“ also zu uns gehörig betrachten, obwohl es augenscheinlich erst mal nicht Teil unseres Körpers ist. Es geht um Verantwortung und Verpflichtung, Macht und Konsum. Es ist ein wilder Gedankenritt. Aber ihr kennt uns: Meist gibt es dabei auch was zu lachen.

Ritas Literaturliste:

  • Bennett, Jane: Lebhafte Materie. Eine politische Ökologie der Dinge. Berlin 2020.
  • Braidotti, Rosi: Posthumanismus: Leben jenseits des Menschen. Frankfurt/Main 2014.
  • Fromm, Erich: Haben oder Sein. München 1976.
  • Hoppe, Katharina/ Lemke, Thomas: Neue Materialismen zur Einführung. Hamburg 2021.
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. 3 Bände. Berlin 2013-2022. [Orig. 1876]
  • Proudhon, Pierre-Joseph: Was ist Eigentum? Übersetzt von Ludwig Feuerbach. Stuttgart 1984. [Orig. 1840]
  • Reckwitz, Andreas: Der Ort des Materiellen in den Kulturtheorien. In: Ders.: Unscharfe Grenzen. Perspektiven der Kultursoziologie. Bielefeld 2008. S. 131-156.
  • Stirner, Max: Der Einzige und sein Eigentum. Kommentierte Studienausgabe mit einer Einführung von Anselm Ruest. Berlin 2021. [Orig. 1844]
  • Woolf, Virginia: Ein Zimmer für sich allein. Stuttgart 2012. [Orig. 1929]
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Episode 160: ÜberBrücken

In der Netzwerktheorie wird unterschieden in starke, schwache und superschwache Verbindungen. Interessanterweise können gerade die schwachen und superschwachen Verbindungen für einen besonderen gesellschaftlichen Kit sorgen, für Zusammenhalt und Wirkmacht. Höchste Zeit also, sich mal diese schwachen Verbindungen anzusehen und warum sie durchaus wirkungsvoll sein können.

Zunächst mal gilt es aber die Bezeichnungen „stark“, „schwach“ und „superschwach“ zu analysieren, weil sie zumindest bei Nora einen etwas schrägen Eindruck hinterlassen. Wir beschäftigen uns mit Familienbeziehungen, Freundschaften und Umfeld. Warum schwache Verbindungen uns durchaus auch einen gewissen Schutz bieten. Und wie superschwache Verbindungen Wirkmacht entfalten, wenn sie sich unter einem bestimmten Thema oder Ziel versammeln.

Wir schauen aber auch auf die Löcher und Abgründe in sozialen Netzen. Auf Glaswände und Mauern und die mutwillige Zerstörung von Anknüpfungspunkten in einer Gesellschaft. Denn nur wenn wir uns auch mit den Bruchstellen beschäftigen, können wir Lösungen finden, um auch hier Verbindungen wieder herzustellen.

Ritas Literaturliste:

  • 7. Armut- und Reichtumsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. (Armut?! Das geht uns alle an!): Vgl. https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Startseite/start.html (Datum des letzten Abrufs: 03.02.2025)
  • Allmendinger, Jutta/ Wetzel, Jan: Die Vertrauensfrage. Für eine neue Politik des Zusammenhalts. Berlin 2020.
  • Burt, Ronald S.: Structural Holes: The Social Structure of Competition. Cambridge 1992.
  • Granovetter, Mark S.: The Strength of Weak Ties. In: American Journal of Sociology, 78(6), 1973, S. 1360–1380.
  • Granovetter, Mark S.: The Strength of Weak Ties: A Network Theory Revisited. In: Sociological Theory, 1(3), 1983, S. 201–233.
  • Lin, Nan/ Cook, Karen S./ Burt, Ronald S. (Hrsg.): Social Capital: Theory and Research. New York 2001.
  • Stegbauer, Christian: Superschwache Beziehungen. In: Ders./ Häußling, Roger (Hrsg.): Handbuch Netzwerkforschung. Wiesbaden 2024.

Noras Linktipps:

  • WTF is Jule?! – 4-teilige ZDF-Dokuserie über die Fake-Aktivistin „Jule Stinkesocke“
  • Aketch Joy Winnie – instagram-Kanal mit Einblicken in das Dorfleben in Uganda, in Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
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Episode 159: Demokratieübung

Gemeinsam mit unserem Gast Stefan Schäfer schauen wir auf die Debattenkultur und auf politische Bildung. Wo und in welchen Räumen kann sie stattfinden? Wer erhält überhaupt Zugang? Und warum verlangen wir von Kindern und Jugendlichen eigentlich so viel mehr als von uns selbst? Auf diese und viele weitere Fragen schauen wir in dieser Folge gemeinsam.

Eigentlich war Ritas Eingangsfrage, wie wir eigentlich zu den Themen Überreden und Überzeugen in politischen Fragen stehen. Aber dank unseres Gastes, Dr. Stefan Schäfer von der Katholischen Hochschule in Köln, haben wir vor allem erstmal Einblick erhalten in Räume, in denen Demokratie eingeübt wird. Vornehmlich von jungen Menschen. Dabei ist vor allem eins aufgefallen: Wie große die Diskrepanz zwischen der Kinderwelt und der Erwachsenenwelt ist. Wie wenig wir selber zum Beispiel in Debatten leben, was wir Kindern gerne in Bezug auf demokratischen Streit beibringen wollen. Zeitgleich haben wir uns in Ausschnitten und auf einer Metaebene angesehen, was in der Debatte um die Besetzung des Journalisten Thilo Mischke als Moderator des Kulturmagazins „titel, themen, temperamente“ schief gelaufen ist. Und warum es so schwer ist, die (eigene) Person von (früheren) Aussagen zu trennen und aus der Debatte rauszuhalten. Welche Ängste es gibt, sich zu veröffentlichen und was das für Demokratie bedeutet, wenn es keine Räume gibt, in denen wir den Leisen zuhören.

Ritas Literaturliste:

  • Fink, Eugen: Erziehungswissenschaften und Lebenslehre. Freiburg. 1970. (Passage zur coexistenziellen Beratungsgemeinschaft)

Stefans Lesetipp:

So erreicht ihr Dr. Stefan Schäfer:

Noras Linktipps:

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