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Kategorie: Allgemein

Ich glaube, freier Wille ist etwas sehr Unbequemes

Episode 34: Das Handwerk der Freiheit

In dieser Episode geht es um den freien Willen. Gut, dass wir einen Gast dabei haben. Dr. Aaron Langenfeld, Theologe von der Uni Paderborn. Und der bringt auch gleich ein anschauliches Problem mit: „Sagen wir mal, es ist Karneval. Man geht nachts betrunken von der Zülpicher Straße Richtung nach Hause. Und man kriegt dann so ein Hüngerchen, geht dann zum Pizzamann und beim Pizzamann gibts Pizza. Und man guckt sich die ganze Palette Pizzen an und sagt dann am Ende: ‚Eine Pizza Vegetaria bitte‘. Und dann sagt der: ‚Super, mach ich.‘. Und jetzt gibt’s aber gar keine andere Pizza mehr als Vegetaria, weil alle anderen Zutaten weg sind. Das heißt, wir Betrunkenen wissen gar nicht, es gibt nur die Pizza, bestellen diese Pizza, hatten aber faktisch gar keine andere Wahl als diese Pizza zu nehmen.“

Für Nora fängt das Problem allerdings schon viel früher an. Hätten wir überhaupt Hunger gehabt, wenn wir vorher nicht gesoffen hätten? War das jetzt unser freier Wille oder der Alkohol? Hm. Ihr merkt schon – das wird eine Herausforderung. Die Aaron und Rita aber bravourös meistern.

Übrigens: Der WDDD-Podcast ist für den Grimme Online Award nominiert! Wenn IHR möchtet, dass WIR den Preis mit nach Hause nehmen, dann müsstet ihr einmal eure Stimme abgeben. Beim Publikumsvoting. Das wäre ganz entzückend!

Aarons und Ritas Literaturliste:

  • Bieri, Peter: Das Handwerk der Freiheit. München, Wien 2001.
  • Dennett, Daniel: Elbow Room: The Varieties of Free Will Worth Wanting. Oxford 1984.
  • Ders.: Freedom Evolves. London 2003.
  • Honderich, Ted: Wie frei sind wir? Das Determinismus-Problem. Stuttgart 1995.
  • Hume, David: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Stuttgart 2013.
  • Keil, Geert: Willensfreiheit. Berlin, New York 2017.
  • Ders.: Willensfreiheit und Determinismus. Stuttgart 2018.
  • Popper, Karl R./ Eccles, John C. : Das Ich und sein Gehirn. München 1982.
  • Pothast, Ulrich (Hrsg.): Freies Handeln und Determinismus. Frankfurt/Main 1978.

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Zitat von Rita Molzberger: "Diese Vielheit der Stimmen tut letztlich dasselbe. Ich glaube es geht allen um Anerkennung. Das ist ein Kampf um Anerkennung."

Episode 27: #metoo-Diskurs: Der Kampf um Anerkennung

Die Schauspielerin Catherine Deneuve unterschreibt einen offenen Brief, der – salopp gesprochen – für ein Recht auf Belästigung plädiert. Damit bekommt die #metoo-Debatte neues Futter. Jetzt hat sie den offenen Brief – ein gemeinschaftliches Schriftstück von fünf Autorinnen – aber nicht selber geschrieben, sie war also nicht die Autorin des Briefes. Das führt uns zu der Frage: Wie viel Autor:in steckt im Werk? Wie verhält es sich mit anderen Werken? Zum Beispiel Filmen von Harvey Weinstein, Woodey Allen. Oder mit Kevin Spacey?

Rita und Nora betrachten den Diskurs, seine bisherigen Auswirkungen und stellen die Frage nach dem nächsten Schritt. Welche Bedeutung  hat der offene Brief, den Catherine Deneuve unterzeichnet hat, für den Diskurs? Welche Bedeutung haben die Werke? An welcher Stelle lohnt sich ein Boykott? Ist er sogar moralisch erforderlich? Natürlich fließen auch persönliche Erfahrungen mit ein. Warum ist es so schwierig, sich Gehör zu verschaffen?

Achtung Korrekturen zum Podcast:
House of Cards wurde offiziell nicht abgesetzt. Kevin Spacey wurde jedoch gefeuert, aus Szenen entfernt und die – angeblich eh schon geplante – letzte Staffel findet ohne ihn statt.

Und: Kim Basinger ist – ihr habt es sicherlich schon geahnt – Sharon Stone. Die sich jüngst wie folgt zu dieser Debatte äußerte:

Ritas Literaturliste:

  • Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Berlin 2010.
  • Bourdieu, Pierre: Kunst und Kultur. Zur Ökonomie symbolischer Güter. Berlin 2014.
  • Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt/Main 1974.
  • Iser, Wolfgang: Die Appellstruktur der Texte. Konstanz 1970. Kimmich, Dorothee: Lebendige Dinge in der Moderne. Konstanz 2011.
  • Lyotard, Jean-Françoise: Der Widerstreit. München 1989.

Noras Literaturtipp:

  • Sanyal, Mithu M.: Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens. 2016.

Links zum Thema:

Der Offene Brief im Original

Übersetzung des Offenen Briefs, der im Le Monde erschien

Diskurs, aber fair: Der Gegenartikel

Das Woody Allen Interview

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Zitat von Fatih Cevikkollu

Episode 26: Du bist nicht, was du denkst

Fatih Çevikkollu ist Kabarettist und Schauspieler. Mit ihm zusammen widmen wir uns in dieser Episode dem Selbst. Oder dem Ich. Oder wie auch immer wir das nennen möchten, was uns so ausmacht. In Ritas Worten: „Wer ist das denn, der da beständig Ich sagt?“

Wir sprechen über die Suche nach dem Selbst, über den – nach Nietzsche – nicht vorhandenen Wesenskern und über das Aushalten von Unsicherheit, wenn wir das erkennen. Über den Menschen als Zuschreibungswesen, das seine Welt fortwährend analysiert und beschreibt, um sie zu verstehen – und doch nie zur Wahrheit vordringt, weil alles Konstrukt ist (Kant). Wir streifen den Unterschied von Wahlfreiheit und echter Autonomie, loten aus, wie ein Wir entsteht, wenn alle Ich sagen und sprechen über die Notwendigkeit, sich dezidiert zu artikulieren, um Gemeinschaft zu verhandeln. Klingt alles sehr hochtrabend? Keine Sorge. Wir bleiben gewohnt bodenständig und würzen die Konversation regelmäßig mit einer Prise Kölsch – rein sprachlich gesehen natürlich.

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Fatih Çevikkollu und Rita Molzberger bei tbd

Fatih Çevikkollu bei Comedy mit Karsten

Benedict Cumberbatch: The Seven Ages of Man

Zitat Rita: "Scham ist ein Affekt, der teilbar ist"

Episode 16: Ich schäme mich für dich!

Wir beobachten eine Situation – und in uns zieht sich alles zusammen. Wir möchten am liebsten im Boden versinken, schlagen betreten die Augen nieder, weil uns das, was wir sehen, zutiefst beschämt. Aber nicht, weil wir selber etwas gemacht hätten. Nein, wir schämen uns fremd – also stellvertretend für jemand anderen. Was ist also Fremdscham und wofür brauchen wir dieses Gefühl überhaupt? Um das zu klären, müssen wir erst mal ausloten, was denn Scham eigentlich ist. Welche Funktionen erfüllt Scham im gesellschaftlichen Zusammenleben? Welche Normen stecken dahinter? Und wie lösen wir Scham wieder auf? Achtung: Diese Episode kommt natürlich nicht aus ohne peinliche Geständnisse. Fremdscham vorprogrammiert…

Literaturliste:

  • Bollnow, Otto Friedrich: Über die Ehrfurcht. PDF verfügbar unter www.otto-friedrich-bollnow.de (Datum des letzten Abrufs: 19.09.2017) [Original: 1942]
  • Casimir, Michael J. / Jung, Susanne: „Honor and Dishonor“. Connotations of a Socio-symbolic Category in Cross-Cultural Perspective. In: Röttger-Rössler, Birgitt/ Markowitsch, Hans (Hrsg.): Emotions as Bio-cultural Processes. An Interdisciplinary Approach. New York: Springer. 2009
  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. 9. Auflage. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1991. [Original: Surveiller et punir. La naissance de la prison. 1975.]
  • Scheler, Max: Zur Ethik und Erkenntnislehre. Tod und Fortleben. – Über Scham und Schamgefühl. – Vorbilder und Führer. – Ordo amoris. – Phänomenologie und Erkenntnistheorie. – Lehre von den drei Tatsachen. Schriften aus dem Nachlass, Band 1. Gesammelte Werke, Band 10. Bonn: Bouvier. 2000. [Original: 1933]

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Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt."

Episode 10: Passivisch grundgetönte Aktivität

Um es mal mit Judith Holofernes zu sagen: „Wir müssen nur wollen!“ – eine These, die sie im damaligen „Wir sind Helden“-Song ordentlich auf den Prüfstand stellt. Und genau das tun auch Rita und ich, Nora, in unserer aktuellen Folge. Denn eins ist klar: Wenn wir keinen Bock darauf haben, dass uns hier alles aus dem Ruder läuft, dann müssen wir was tun. Wobei: Müssen wir? Alle? Und was braucht es dazu? Aktionismus? Oder doch eher Verweigerung?
Aktion ist erst mal das Naheliegende – und ist manchmal gar nicht so aufwändig wie es scheint, wie Cornelia Heyken von #ichbinhier auf dem Youtube-Channel von Jäger & Sammler erklärt. Am Ende brauchen wir aber vor allem erst mal ein Vokabular, sagt Rita. Wir müssen beschreiben lernen, wie unsere Situation ist – und was uns daran nicht passt. Da geh ich doch glatt mit!

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"...das schmerzt mich erkenntnistheoretisch" - sagt Rita, wenn Beleidigungen einfach nicht zur Situation oder zum Thema passen

Episode 9: (K)ein Urlaub in Vulgarien

Achtung! Dieser Podcast enthält ganz explizit sehr explizite Beleidigungen! Aber wir müssen halt mal drüber reden. Und das Schöne: Beim Thema Schimpfen und Beleidigen sind wir zwei, Rita und Nora, wirklich sehr verschieden. Ich, Nora, bin da eher impulsiv und – ja, ich muss es wohl so sagen – vulgär. Und Rita hat da weniger den Hang zum Beleidigen. Aber warum machen wir das? Warum beleidigen wir und vor allem, warum benutzen wir dabei völlig unreflektiert Worte, die wir in einem ausgeglichenen Gemütszustand niemals verwenden würden? Für Rita übrigens ganz wichtig beim Thema beleidigen und beschimpfen: Wenn dann bitte kontextbasiert und korrekt! Ein großer Spaß mit Raum für Kreativität. Ach, bei der Gelegenheit: Schickt uns doch gerne eure kreativsten Schimpfworte via Mail oder Twitter. Von Rita habe ich im Nachgang noch folgendes gelernt: „Phallogozentristenarsch“ – eine schön feminismuszentrierte Beleidigung 😉

UPDATE 15. Juni 2017: Verteidigung der Beleidigung!

Moritz Klenk hat sich in seinem Podlog #163 mit unserer Folge auseinandergesetzt und ist ungefähr genau der gegenteiligen Meinung. Finden wir grundsätzlich sehr spannend und deshalb wollen wir an dieser Stelle gerne auch Moritz Podcast-Folge hier verlinken. Muss ja a) alles seine Vollständigkeit haben und b) sind da wirklich auch viele gute, weil kontroverse Gedanken drin. Erweitert definitiv den Horizont!

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Zitat: Danke, dass Sie immer krank zur Arbeit gekommen sind. Kein Arbeitgeber jemals.

Episode 4: Darf ich krank zur Arbeit?

Zugegeben, die Frage ist ein bisschen naiv gestellt – und von Rita gibt’s da auch gleich den ersten Einwand: Wieso darf? Wir könnten auch fragen: Muss, kann oder soll ich krank zur Arbeit? Dahinter stehen verschiedene Ansätze. Der eine ist ein gesellschaftlicher Ansatz. Also hab ich eigentlich die Verantwortung dafür, andere nicht anzustecken? Der andere bezieht sich auf die Verantwortung mir selbst gegenüber. Und zack, stecken wir schon wieder in einem Dilemma…

In unserem Gespräch bezieht sich Rita übrigens auch auf den französischen Soziologen Alain Ehrenberg, der bereits 1998 das Buch „Das erschöpfte Selbst“ veröffentlicht hat, noch bevor sich der Begriff „Burn-Out“ als allgemeine Zustandsbeschreibung durchgesetzt hat. Das zweite Buch, das Rita kurz anspricht, ist „Resonanz“ von Hartmut Rosa. Dazu gibt es hier einen Artikel bei Deutschlandradio Kultur.

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Episode 3: Die demokratische Jogginghose

Kann ich Rita eigentlich in der Joggingbuchse empfangen, wenn wir zusammen den Podcast aufnehmen? Klar kann ich – aber warum frag ich mich das überhaupt? Warum ist uns Kleidung so wichtig? Am Ende ist es wie mit Sprache – wir können nicht nicht kommunizieren. Selbst nackt würden wir ein Statement abgeben. Wie wir allerdings von der Jogginghose zu Bourdieu, dem symbolischen Kapital, zu Germanys Next Topmodel und dem Stockholm Syndrom gekommen sind, wissen wir selbst nicht mehr – da müsst ihr schon nachhören.

Kleiner Funfact: Irgendwie ist der allererste SMS-Kontakt von Rita und Nora erhalten geblieben. Vom 11. April 2015. Ein kleines Dankeschön von Rita zum ersten Auftritt bei DRadio Wissen. Und wie endet Ritas SMS: „Jetzt aber Jogginghose statt kurzes Röckchen!“ – Am Ende war es doch einfach Schicksal, dass wir jetzt zusammen am Mikro sitzen.

Und hiermit entspreche ich (Nora) einem besonderen Wunsch von Rita und schenke euch den „Sexy getting ready song“:

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Ein Zitat aus dem Podcast

Episode 2: Wer lebt, macht sich schuldig

Irgendwie ist diskutieren unser neues großes Hobby geworden. Am liebsten zoffen wir uns in sozialen Netzwerken über Ernährungsgewohnheiten. Fleischesser, Vegetarier, Veganer – alle diskutieren übers Essen. Aber tun sie das wirklich? Oder geht es nicht eigentlich um etwas ganz anderes bei diesen Diskussionen. Rita und Nora haben sich ihre Gedanken dazu gemacht. Erste Erkenntnis: Wer leben will, muss essen. Wer isst, macht sich schuldig. Hrmpf…

Anlass für die Diskussion war übrigens ein Post von Nora auf ihrer Facebook-Seite. Wer sich die Diskussion dazu ansehen möchte, folgt diesem Link. Die Episode ist aber auch ohne diesen Hintergrund gut zu verstehen.

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Episode 1: Rita und der Sauna-Troll

Ein Saunagast schnappt sich das falsche Handtuch. Ritas Handtuch um genau zu sein. Eigentlich ließe sich die Sache schnell klären: „Entschuldigung, haben Sie vielleicht versehentlich mein Handtuch gegriffen?“ – aber denkste. Am Ende läuft alles ganz anders und zurück bleibt ein seltsames Gefühl:

Das Audio-Zitat von Svenja Flaßpöhler stammt übrigens aus „Eine Stunde Talk“ mit Sven Preger. Wir können diesen Talk nur sehr empfehlen: „Verzeihen ist kein Deal“

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