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Kategorie: Allgemein

Episode 122: Im Bereich der Körpergrenzen

Menschen, die sich sportlich betätigen, haben häufig auch Ziele. Sie wollen sich verbessern, stärker, schneller, schlanker, muskulöser werden. Dafür loten sie die Grenzen ihres Körpers aus – und verschieben sie. Schmerzen gehören irgendwie dazu. Egal ob Muskelkater oder kleine und große Verletzungen. Das sind Grenzerfahrungen, aber eben selbstgewählte. Wir suchen in dieser Folge ein Vokabular für den Grenzbereich des sporttreibenden Körpers – und Geistes natürlich.

Ritas Literaturliste:

  • Anzieu, Didier: „Das Haut-Ich“. Berlin 1996
  • Bommes, Michael: Migration und nationaler Wohlfahrtsstaat. Ein differenzierungstheoretischer Einwurf. Wiesbaden 1999
  • Eigmüller, Monika / Vobruba, Georg [Hrsg.]: Grenzsoziologie. Die politische Strukturierung des Raumes. Wiesbaden 2016
  • Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Berlin 1973
  • Magdlener, Elisabeth: Vom Körper-Haben zum Leib-Sein. Am Beispiel des Kontakttanzes. In: Magazin erwachsenenbildung.at 2015. Verfügbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2015/10367/pdf/Erwachsenenbildung242015MagdlenerVomKoerperHaben.pdf (Datum des letzten Abrufs: 01.12.2021)
  • Sauerer, Dominik: Grenzen. In Pädagogische Heterotopien. Von A bis Z. herausgegeben von Daniel Burghardt / Jörg Zirfas. Weinheim 2019

Noras Linkliste:

Das große Tabu wackelt – Sexualisierte Gewalt im Sport. Sport Inside Podcast. WDR 2021.

Episode 117: Seht die Vögel!

Arbeit ist nichts, was uns einfach so passiert. Aber was ist dann Arbeit? Welchen Unterschied machen wir zwischen körperlicher und kultureller Arbeit und wie sieht es eigentlich mit dem Zugang zu Arbeit aus? Wir machen uns Gedanken zum Arbeitsbegriff, warum der immer auch mit Leistung zusammenhängt und welchen Stellenwert Arbeit eigentlich in unserer Gesellschaft hat.

Und weil wir in der letzten Folge so intensiv über Hannah Arendt gesprochen haben, knüpfen wir hier an ihre Gedanken an. Denn sie gehört zu den Philosoph:innen, die sich dezidiert mit dem werktätigen Leben auseinander gesetzt hat. Es geht aber auch um das Thema Beschleunigung der Arbeit – und wie das zusammenhängt mit der Frage, wie sich Menschen politisch einbringen können, um das Geflecht der Gesellschaft zusammenzuhalten. Oder einfach ausgedrückt: Arbeiten wir so viel, dass wir keine Zeit mehr haben, um uns um unsere Zukunft und Umstände Gedanken zu machen und entsprechende politische Forderungen zu stellen, um die Bedingungen zu verbessern, da wo es nötig ist?

Ritas Literaturliste:

  • Kritische Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts: https://www.arendteditionprojekt.de/ (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2021)
  • Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben. 5. Auflage. München 2002.
  • Aßländer, Michael S. / Wagner, Bernd (Hrsg.): Philosophie der Arbeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Frankfurt/Main 2017.
  • Fink, Eugen: Der Mensch – jenseits der Arbeit. In: Ders: Zur Krisenlage des modernen Menschen. Würzburg 1989, S. 48-61. [Orig. 1958] Fink, Eugen: Grundphänomene des menschlichen Daseins. Hrsg. von Egon Schütz und Franz-Anton. 2. Auflage. München 1995. Philosophie Magazin/ Reclam Verlag (Hrsg.): Macht Arbeit glücklich? Stuttgart 2017.
  • Sandel, Michael J.: Arbeit, Anerkennung und Gemeinwohl. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte, „Im Dienst der Gesellschaft“, 71. Jg., 13-15/2021, S. 4 – 11 (https://www.bpb.de/apuz/im-dienst-der-gesellschaft-2021/329314/arbeit-anerkennung-und-gemeinwohl) (Datum des letzten Abrufs 16.07.2021) (Vgl. auch: Ders.: Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt. Frankfurt/Main 2020)

Episode 114: Verstehendes Genießen, genießendes Verstehen

Ein instagram-Projekt soll die Widerstandskämpferin „Sophie Scholl“ einer jungen Generation nahbar machen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und historischen Fakten. Auf Kontext und Hintergründe wurde in den ersten drei Wochen nahezu verzichtet. Er würde die Fiktion stören. Eine durchaus problematische Haltung.

Es ist so eine Sache mit dem historischen Reenactment. Auf der einen Seite steckt dahinter der Wunsch, Geschichte erlebbar zu machen. So „echt“ und „authentisch“ wie möglich zu erzählen. Auf der anderen Seite können wir das natürlich nur fragmentarisch. Denn niemand von uns wird einen umfassenden Eindruck aus dieser Zeit haben können. Und so ist es auch beim instagram-Account „Ich bin Sophie Scholl“. Es sei ein Experiment, so die Aussage der Redaktion. Pionierarbeit. Was die Größe und die Dauer des Projektes angeht stimmt das. Auch den Versuch, eine historische Person so in unsere Zeit zu holen, dass man mit ihr in den Kommentaren auch interagieren kann, hat noch niemand unternommen. Aber es gibt natürlich eine Basis, auf die zurückgegriffen werden kann. So gibt es jede Menge Diskussionen um das wie, ob, wann und mit welchen Kontexten historisches Reenactment überhaupt stattfinden kann und sollte.

Rita und Nora schauen sich in dieser Folge einige Posts und Kommentare des Accounts an. Zum Beispiel diesen hier, unter dem in den Kommentaren Öko-Faschismus reproduziert wird. Was das ist? Klären wir im Podcast.

Außerdem analysieren wir die Referenzen und Kontexte und fragen, ob dieses „Spiel“ überhaupt gelingen kann? Ist Kontext verzichtbar, wenn es darum geht, gerade eine junge Zielgruppe für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu begeistern?

Ritas Literaturliste:

  • Gadamer, Hans-Georg: Hermeneutik I. Wahrheit und Methode. Tübingen 1990.
  • Hinz, Melanie: Reenactment. 18.07.2011, abrufbar unter https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/60259/reenactment (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)
  • Jaus, Hans Robert: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. Frankfurt/Main 1982.
  • Lambers, Helmut: Geschichte der Sozialen Arbeit. Wie aus Helfen Soziale Arbeit wurde. 2. Auflage. Heilbrunn 2018, S. 109-140.
  • Malthus, Thomas Robert: Das Bevölkerungsgesetz. Berlin 2021. (Im Erscheinen)
  • Ostrom, Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. München 2011.
  • Volkenandt Claus: Hermeneutik. In: Pfisterer U. (Hrsg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Stuttgart 2001, S. 167-170. Abrufbar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-476-00331-7_68.pdf (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)

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Episode 112: K.L.U.K

Was tun, wenn zwei sich streiten und man keinen Bock hat auf ein kompliziertes Aushandeln des Konflikts? Genau: Einmal „Der oder die Klügere gibt nach“ in den Raum rufen und – puff – Streit beendet. Nur, wenn die Klügeren immer nachgeben, gewinnen dann nicht am Ende immer die Dummen?

Über Dummheit haben wir in Folge 104 gesprochen unter dem Titel „Ignoranzkompetenz“ – diesmal geht’s darum, was eigentlich klug ist. Oder kluges Handeln. Wann verhalten wir uns eigentlich klug? Und ist das Nachgeben Teil dieses klugen Handelns? Oder ist es nicht hin und wieder auch klug, eben genau nicht nachzugeben, sondern Grenzen zu setzen? Warum wir uns an dem Spruch „Der oder die Klügere gibt nach stören“ und was eigentlich gemeint sein sollte, wenn wir sowas sagen, darüber diskutieren Rita und Nora in dieser Folge des WDDD Podcast.

P.S. Bitte entschuldigt die Tonqualität. Wir mussten diesmal umständehalber und sehr kurzfristig auf Zoom ausweichen – und Rita muss noch technisch nachgerüstet werden. Ist aber in Arbeit!

Ritas Literaturliste:

  • Aristoteles: Nikomachische Ethik. Berlin 1983.
  • Fink, Eugen: Erziehungswissenschaft und Lebenslehre. Freiburg i.Br. 1970.
  • Foot, Philippa: Die Wirklichkeit des Guten. Moralphilosophische Aufsätze. Frankfurt/Main 1997.
  • Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main 1991. (Kapitel „Vom pragmatischen, ethischen und moralischen Gebrauch der praktischen Vernunft“)
  • Luckner, Andreas: Klugheit. Berlin, New York 2005.
  • Nussbaum, Martha: Nicht-relative Tugenden. Ein aristotelischer Ansatz. In: Rippe, Klaus-Peter/Schaber, Peter (Hrsg.): Tugendethik. Ditzingen 1998, S. 114-165

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Episode 110: Empathie im Dreieck – Teil 2

Die Fähigkeit uns in andere hineinzuversetzen, mitzufühlen und mitzuerleben ist zunächst mal nur eine Fähigkeit. Sie ist weder gut noch schlecht. Das wird sie erst durch unser handeln – oder nicht handeln. Manchmal ist Empathie aber sogar hinderlich. Und es kann sogar übergriffig sein, sich in andere hineinzudenken.

In dieser zweiten Folge zum Thema „Empathie“ wollen wir den Dingen auf den Grund gehen, die zu Störungen führen. Und zwar erstmal im Alltäglichen. Dafür müssen wir Empathie noch nicht einmal missbrauchen, etwa um unser gegenüber zu manipulieren. Es geht darum, einen Umgang mit unserer Empathie zu lernen. Denn es gibt auch ein zu viel an Empathie, das uns selbst überfordern kann. Es ist also eine Frage der Dosis – und die ist sehr individuell.

Ritas Literaturliste:

  • Breithaupt, Fritz: Die dunklen Seiten der Empathie. Berlin 2017.
  • Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie. Frankfurt/Main 2009.
  • Breyer, Thiemo: Grenzen der Empathie. Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven. Paderborn 2013.
  • Bode, Sabine: Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Klett-Cotta 2004.
  • Müller-Münch, Ingrid: Die verprügelte Generation – Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen. Klett-Cotta 2012.
  • Landauer, Gustav: Von der tierischen Grundlage. In: Die Weltbühne, Bd. 2, Nr. 27. Berlin 04.07.1918, S. 3-9
  • Misselhorn, Catrin: Künstliche Intelligenz und Empathie. Vom Leben mit Emotionserkennung, Sexrobotern & Co. Ditzingen 2021.

Noras Linkliste:

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Episode 109: Empathie im Dreieck I

Was ist eigentlich Empathie? Also philosophisch gesehen. Was gehört dazu, welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit wir von Empathie sprechen. Und ist Empathie nur gut? Oder kann Empathie auch schlecht sein? In dieser ersten Folge zur Empathie legen wir die Grundlagen einer philosophischen Annäherung an das Thema. Achtung: Gefahr der Spiegelneuronenverzappelung!

Empathie ist schon eine sehr besondere Fähigkeit. Und sie ist ganz schön komplex. Aber nicht nur Menschen sind fähig, empathisch zu handeln. Auch bei Tieren wird empathisches Verhalten beobachtet. Und wie sieht es eigentlich mit Maschinen aus? Oder mit Dingen? Das Spannendste ist aber vielleicht, dass wir sofort versucht sind, Empathie auch moralisch zu werten. Also „wir“ meint in dem Fall Nora, weil Rita das Spielchen natürlich längst durchschaut hat. Außerdem bekommt ihr in dieser Folge schon die ersten Hinweise darauf, worüber wir dann in Teil zwei zur Empathie sprechen werden: The dark side of the moon sozusagen. Aber – öhm – war da nicht was mit Hell-Dunkel-Metaphern?! Damn it.

Ritas Literaturliste:

  • Benz-Schwarzburg, Judith: Sind wir auf den Hund gekommen und haben das Schwein vergessen? In Sublin/mes. Philosophieren von unten 6, 2016, S. 63-73.
  • Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie. Frankfurt/Main 2009.
  • Breyer, Thiemo: Grenzen der Empathie. Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven. Paderborn 2013.
  • de Waal, Frans: Das Prinzip Empathie: Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können. München 2011.
  • Hofmann, Kerstin: In Geschichten verstrickt … Menschen, Dinge, Identitäten. In: Boschung, Dietrich/ Kreuz, Patric A./ Kienlin, Tobias: (Hrsg.): Biography of Objects. Aspekte eines kulturhistorischen Konzepts. Morphomata 31. München 2015, S. 87-123 (hier v.a.: Kap. 3.2)
  • Landauer, Gustav: Von der tierischen Grundlage. In: Die Weltbühne, Bd. 2, Nr. 27. Berlin 04.07.1918, S. 3-9
  • Misselhorn, Catrin: Künstliche Intelligenz und Empathie. Vom Leben mit Emotionserkennung, Sexrobotern & Co. Ditzingen 2021.
  • Schapp, Wilhelm: In Geschichten verstrickt. Zum Sein von Mensch und Ding. 5. Aufl. Frankfurt/Main 2012 [Orig. 1953]

Noras Filmtipp:

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Episode 107: Poligogik, Pädatik

Beim Begriff „Erwachsenenerziehung“ schüttelt es Rita. Aber genau dieses Wort hat Nora dazu gebracht, sich zu fragen, wie viel Pädagogik eigentlich in der Politik steckt. Und was das mit Demokratie und dem Verhältnis von Bürgerinnen und Bürgern zum Staat und seinen Organen macht.

Die Beobachtung, die dahinter steckt: Die Entscheidungsträger:innen der Politik in Deutschland, sind vor allem männlich und gar nicht mal so jung. Ihr Führungsstil erinnert eher an eine autoritäre Pädagogik, so wie sie vielleicht die Elterngeneration noch erlebt hat. Was nicht gleichbedeutend ist mit einem an sich autoritären Staat. Es geht um den politischen Führungsstil. Die pädagogischen Konzepte um uns herum haben sich aber stark verändert. Treffen hier vielleicht Welten aufeinander? Und erzeugt ausgerechnet das so viel Reibung? Damit es nicht im Gefühligen bleibt hat Rita sich wie immer gut eingelesen. Denn das Phänomen rund um Macht, politische Führungsstile und Pädagogik hat auch schon andere kluge Köpfe beschäftigt.

Ritas Literaturliste:

  • Binder, Ulrich: Die Pädagogisierung des Rechts. In: Zeitschrift für Pädagogik. 60. Jahrgang 2014, Heft 3, S. 409-428.
  • Bröckling, Ulrich: Gute Hirten führen sanft. Über Mediation. In: Mittelweg 36, 2015, S. 171-186.
  • Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität I. Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Frankfurt/Main. 2004. [1978]
  • Lessenich, Stephan: Der Sozialstaat als Erziehungsagentur. Aus Politik und Zeitgeschichte 49 – 50, 2012, S. 55 – 61. Abrufbar unter https://www.bpb.de/apuz/150630/der-sozialstaat-als-erziehungsagentur (Datum des letzten Abrufs: 20.02.2021)
  • Mouffe, Chantal: Das demokratische Paradox. Übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Oliver Marchart. Wien, Berlin 2018.
  • Pfaller, Robert: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur. Frankfurt/Main 2017.

Noras Linkliste:

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Episode 106: Milchmädchen und Freunde

Wir leisten Beziehungsarbeit, investieren in Freundschaften, machen Abstriche für Partner:innen, und am Ende des Tage fragen wir uns, ob sich das alles gelohnt hat. Wenn wir über Beziehungen sprechen, nutzen wir häufig ökonomisches Vokabular. Warum eigentlich?

Was kostet es eigentlich, so einen Podcast zu machen? Was investieren Rita und Nora in dieses Projekt? Ganz ehrlich: So richtig lässt sich das nicht beziffern, selbst dann, wenn wir versuchen würden, all das, was in diesem Podcast steckt, zu quantifizieren. Und trotzdem können wir uns auch nicht so ganz lösen von ökonomischen Bezügen und Beziehungen. Überhaupt ist uns das Vokabular der Ökonomie so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir es auch da nutzen, wo uns eigentliche andere Werte wichtiger sein sollten – und vielleicht auch sind. Aber wir können sie eben nicht so leicht benennen. Wie unsere Beziehungen aussehen, warum wir die Ökonomie da nicht – haha – rausrechnen können, und warum wir Souveränität brauchen in Beziehungen, darum geht’s in dieser Ausgabe von „Was denkst du denn?“.

Ritas Literaturliste

  • Bergmann, Jens: Der Preis der Liebe. In: Brandeins. 2000. Abrufbar unter https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2000/design/der-preis-der-liebe (Datum des letzten Abrufs: 05.02.2021)
  • Böhme, Gernot: Ethik leiblicher Existenz. Frankfurt/Main 2008, S. 188 – 201 (Kap. „Souveränität und die Ethik des Pathischen“)
  • Houellebecq, Michel: Ausweitung der Kampfzone. Reinbek bei Hamburg 2000.
  • Illouz, Eva: Der Konsum der Romantik. Frankfurt/Main 2007.
  • Kuchler, Barbara/ Beher, Stefan: Soziologie der Liebe. Romantische Beziehungen in theoretischer Perspektive. Frankfurt/Main 2014.
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Episode 105: Freund:innen der (In)diskretion e.V.

Da stehst du nichtsahnend im Laden, sitzt in Bus oder Bahn – und plötzlich führst du ein Gespräch, das du nie führen wolltest und hörst Antworten auf Fragen, die du dir nie gestellt hast – oder deinem Gegenüber je stellen wolltest. In dieser Folge wollen wir dem Phänomen auf den Grund gehen.

Es gibt jetzt natürlich mehrere Möglichkeiten, dieses Phänomen zu betrachten. Entweder, die Person dir gegenüber ist schlicht indiskret. Und übergriffig. Oder aber, du scheinst einen vertrauenerweckenden Eindruck zu machen. Vielleicht ist es auch nur der Versuch einer Kontaktaufnahme – oder eben seelische Entlastung. In jedem Fall lädt dieses Phänomen zu einer vielfältigen Betrachtung ein, die uns zu den Ursprüngen des Kaffeklatsches führt (die wahren „Klatschtanten“ waren nämlich Männer), zur sozialen Komponente des klatschens und dem manche Menschen störenden Sozialgeräusch. Warum wir bei dem Thema ausgerechnet auch die Mathematik streifen, das erklärt euch Rita im Podcast. Danke an dieser Stelle an unsere Hörerin Kati für den spannenden Themenvorschlag.

Ritas Literaturliste:

  • Angehrn, Emil: Vertrauen. In: Fischer-Geboers, Miriam/ Wirz, Benno (Hrsg.): Leben verstehen. Weilerswist 2015, S. 19 – 34
  • Bergmann, Jörg: Klatsch: Zur Sozialform der diskreten Indiskretion. Berlin/New York 1987.
  • Dunbar, Robin: Grooming, Gossip, and the Evolution of Language. Cambridge 1998.
  • Erikson, Erik H.: Identität und Lebenszyklus: Drei Aufsätze. Frankfurt/ Main 1974.
  • Hartmann, Martin: „Vertrauen. Die unsichtbare Macht“. Frankfurt/Main 2020
  • Nickel, Gregor: Diskret oder Kontinuierlich. In: Extrakte. Pressedienst Wissenschaft. Abrufbar unter https://www.uni-siegen.de/uni/publikationen/extrakte/ausgaben/200805/1.html (Datum des letzten Abrufs: 21.01.2021)
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Episode 102: WUT!

Wut ist ein gewaltiges Gefühl. Und auch irgendwie fremd. Bei einem Wutanfall sind wir außer uns. Wut kann zerstörerisch sein. Sie ist bisweilen irrational. Und trotzdem versuchen wir in diesem Podcast, der Wut auch gute Seiten abzugewinnen.

Dazu müssen wir uns die Wut natürlich erstmal genau anschauen. Auch ihre Nachbaremotionen Angst und Enttäuschung. Ist es gut, wenn Menschen gar nicht wütend werden? Und ist es gut, WENN Menschen wütend werden? Wer bestimmt eigentlich, wann Wut „gut“ ist und wann nicht. Und was können wir gewinnen, wenn wir Wut im Diskurs legitimieren? Denn – da zitiert Rita die Poetin, Menschenrechtsaktivistin und Publizistin Audrey Lorde: „Wenn ich im Zorn zu euch spreche, habe ich wenigstens mit euch gesprochen. Ich hab euch keine Pistole an die Schläfe gesetzt und euch nicht auf offener Straße niedergeschossen. Das nämlich ist Hass.“

Ritas Literaturliste:

Noras Link- und Literaturtipps:

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