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Browsing Tag: Philosophie

Episode 175: Resonanzhäfen

Die australische Philosophin Kate Manne plädiert dafür, dass wir mit Freundinnen über die red flags ihrer Partner sprechen. Als feministische Praxis. Denn während wir öffentlich und via Social Media immer gerne bereit sind, Beziehungen zu kommentieren, ist das im Privaten nicht immer so. Das sagt auch etwas über unsere Freundschaften aus.

In ihrem Newsletter-Text „Friends don’t let friends ignore their husband’s red flags“ plädiert Kate Manne dafür, sich im Privaten in die Beziehungen von Freund*innen einzumischen. Sie erklärt an einem aktuellen Fall, dass es sich dabei um gute feministische Praxis handelt und einen Akt der Liebe und Wertschätzung. Gleichzeitig sehen wir, dass Beziehungen anderer sehr wohl diskutiert werden – nämlich zum Beispiel in sozialen Netzwerken, wie der Fall des österreichischen Olympiasiegers Benjamin Karl zuletzt gezeigt hat. Wir sprechen darüber, wie Freundschaften sein müssen, damit wir ehrlich miteinander sein können. Und welche Rolle auch Sexismus und Misogynie dabei spielen, diese red flags erkennen und benennen zu können. Und was sich auch in Männerfreundschaften ändern muss.

Ritas Literaturliste:

  • Endler, Rebekka (2025): Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen. Berlin: Rowohlt
  • Fink, Eugen (1992): Existenz und Coexistenz: Grundprobleme der menschlichen Gemeinschaft. Nachlassvorlesungen. Hrsg. von Franz-Anton von Kunz. Würzburg: Königshausen & Neumann.
  • Fritz, Sophia (2024): Toxische Weiblichkeit. Berlin: Hanser Berlin.
  • Gilligan, Carol (1993): In a Different Voice: Psychological Theory and Women’s Development. 2. Auflage. Cambridge, MA: Harvard University Press.
  • Held, Virginia (2006): The Ethics of Care: Personal, Political, and Global. Oxford: Oxford University Press.
  • Kant, Immanuel (1968): „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“. In: Akademie- Ausgabe der Werke, Bd. VIII, S. 35–42. Berlin: de Gruyter, 1968. [Orig. 1784)
  • Manne, Kate (2019): Down Girl: Die Logik der Misogynie. Übers. von Ursel Schäfer. Berlin: Suhrkamp Verlag.
  • Chollet, Mona (2018): Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen. Hamburg: Nautilus
  • Nussbaum, Martha C. (2000): Women and Human Development: The Capabilities Approach. Cambridge: Cambridge University Press.

Noras Linktipps:

Episode 172: Über das Gute, Hoffnung und Solidarität

Was ist eigentlich das Gute? Und wie können wir uns selbst so in die Gesellschaft einbringen, dass mehr davon entsteht? Ein Gespräch über Hoffnung, Solidarität – und den Größenwahn, die Welt retten zu wollen.

Rita hat mit ihren Studis darüber diskutiert, was denn eigentlich das Gute ist und Nora hat sich auf der Suche nach mehr gesellschaftlichem Engagement mit Rutger Bregmans Buch „Moralische Ambitionen“ beschäftigt. Denn die Frage ist ja: Was ist eigentlich „das Gute“? Reicht es nicht auch, Dinge erstmal besser zu machen? Wo können wir ansetzen? Wie viele Menschen müssen wir erreichen, damit etwas wirklich und nachhaltig gut ist? Und finden wir Energie und Hoffnung für unser Tun? Sprechen wir drüber in dieser Folge „Was denkst du denn?“

Ritas Literaturliste:

  • Aristoteles (2006): Nikomachische Ethik. Übersetzt und hrsg. von Otfried Höffe. 5. Aufl. München: Beck.
  • Bentham, Jeremy (1988): An Introduction to the Principles of Morals and Legislation. Amherst, NY: Prometheus Books. [Orig. 1789]
  • Foot, Philippa (2004): Die Natur des Guten. Frankfurt/Main: Suhrkamp.
  • Habermas, Jürgen (1991): Vom pragmatischen, ethischen und moralischen Gebrauch der praktischen Vernunft. In: Ders.: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 100-118.
  • Honneth, Axel (1992): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt/Main: Suhrkamp.
  • Kant, Immanuel (1990): Kritik der praktischen Vernunft. Hamburg: Meiner.
  • Kant, Immanuel (1998): Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. In: Akademie-Ausgabe IV. Berlin: de Gruyter.
  • Mill, John Stuart (1991): Utilitarianism. In: Ders.: On Liberty and Other Essays. Oxford: Oxford University Press.
  • Nagel, Thomas (1986): The View from Nowhere. Oxford: Oxford University Press.
  • Nussbaum, Martha (2006): Frontiers of Justice: Disability, Nationality, Species Membership. Cambridge, MA: Harvard University Press.
  • Rawls, John (1993): Political Liberalism. New York: Columbia University Press.

Noras Lesetipps:

  • Bregman, Rutger (2024): Moralische Ambitionen. Wie man aufhört, sein Talent zu vergeuden und etwas schafft, das wirklich zählt. Rowohlt.
  • Neubauer, Luisa / Reemtsma, Dagmar (2023): Gegen die Ohnmacht. Meine Großmutter, die Politik und ich. (Tropen Verlag)

Episode 166: Göttliches Gelächter

Hat Humor eigentlich Grenzen, wenn es um Religion geht? Wie viel Humor hat das Göttliche und warum reagieren Menschen sensibel, wenn über den Glauben gelacht wird? Mit diesen Fragen beschäftigen sich in dieser Folge des „Was denkst du denn? Podcast die Journalistin Nora Hespers, die Philosophin Dr. Rita Molzberger und der Theologe, Clown und Sportwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider.

Ritas und Stefans Literaturliste:

  • Fink, Eugen (1960): Nietzsches Philosophie. Stuttgart. (v.a. Kap. 1: Die Artisten-Metaphysik, S. 7-42)
  • Gaut, Berys Nigel (1998): Just Joking: The Ethics and Aesthetics of Humor. In: Philosophy and Literature 22 Baltimore, S. 51-68.
  • Göktürk, Deniz (2017): Die Komik der Kultur. In: Wirth, Uwe (Hrsg.): Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart, S. 160-172.
  • Götz, Ignacio L. (2002): Faith, Humor and Paradox. Westport, CT.
  • Hemmelmann, Petra (2021): Ausgelacht? Die alte und neue Frage nach den Grenzen des Humors. In: Communicatio Socialis 1/2021. Online abrufbar unter https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0010-3497-2021-1-7.pdf?downloadfullpdf=1 (Datum des letzten Abrufs: 14.07.2025)
  • Kehlmann, Daniel (2017): Tyll. Reinbek.
  • Körner, Felix (2021): Der religiöse Witz. Zur Unterdrückung von Unterdrückung. In: Winkler, Ulrich/Boerger, Christian/Klenk, Joel (Hrsg.): Von Peripherien und Zentren, Mächten und Gewalten. Jerusalemer Ansätze für eine postkoloniale Theologie. Münster, S. 191ff.
  • Menze, Nadia (2024): Zur Anatomie der Karikatur. Aschaffenburg.
  • Moore, Christopher (2002): Die Bibel nach Biff. München.
  • Niven, John (2012): Gott bewahre. München. 
  • Plass, Adrian (2020): Tagebuch eines frommen Chaoten. Moers.
  • Tucholsky, Kurt Wrobel, Ignaz: Was darf die Satire? Gesammelte Werke in 10 Bänden. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Band 2. Reinbek, S. 42 ff. [Orig. 1919]
  • Wieß, Andreas G. (2021): Ausgelacht?! Glaube und die Grenzen des Humors. Freiburg i. Br.
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Episode 156: Reiner Geist

Angeregt durch die Doku „Eternal You“ von Hans Block und Moritz Riesewieck sprechen Nora Hespers und Rita Molzberger über Unsterblichkeit, Ewigkeit und die Seele im digitalen Zeitalter.

„Der Tod ist immer ein Skandal“. Und etwas, mit dem wir schwer fertig werden. Aber was, wenn wir die Menschen, die wir durch den Tod verloren haben, wieder auferstehen lassen können. Zumindest in digitaler Form? Was, wenn wir mittels KI wieder und weiter mit ihnen sprechen könnten? Wenn wir mithilfe von digitalen Anwendungen sogar Hologramme von ihnen erzeugen, sie wieder sehen und vielleicht sogar spüren könnten? All das gibt es bereits. In der Doku „Eternal You“ von Hans Block und Moritz Riesewieck gibt es Einblicke in eine Welt, die längst keine Utopie mehr ist. Eine Welt, in der KI-Modelle Verstorbene imitieren. In der Trauernde weiter mit ihren Liebsten chatten können, obwohl diese nicht mehr physisch existieren. Und es stellen sich so viele moralische Fragen, dass wir die in dieser Episode eigentlich nur anreißen können. Aber sich das mal anzuschauen lohnt sich allemal.

Ritas Literaturliste:

  • Damberger, Thomas: Cyborgs sind auch nur Menschen. 2015. Abrufbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2015/10911/pdf/Damberger_2015_Cyborgs.pdf (Datum des letzten Abrufs: 23.09.2024)
  • Daum, Philipp: Der Sprung ins ganz hohe Alter. In: DIE ZEIT Nr. 26/2024.
  • Elkeles, Barbara: Die begrenzte (Lebens)-Zeit – Alterstheorien und -konzepte in der Medizin. In: Jüttemann, Veronika: Ewige Augenblicke. Eine interdisziplinäre Annäherung an das Phänomen Zeit. Münster 2008, S. 192-210.
  • Krüger, Oliver: Virtualität und Unsterblichkeit. Gott, Evolution und die Singularität im Post- und Transhumanismus. Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2019.
  • Ode, Erik: Scham oder Stolz – wie man in der digitalen (Arbeits-)Welt überlebt. In: Busch, Dominic (Hrsg.): Individuen in digitalen Arbeitswelten. Wiesbaden 2024, S. 69-89.
  • Schenk, Sabrina/ Karcher, Martin (Hrsg.): Überschreitungslogiken und die Grenzen des Humanen. (Neuro-)Enhancement – Kybernetik – Transhumanismus. Berlin 2018.
  • Wimmer, Michael: Antihumanismus, Transhumanismus, Posthumanismus: Bildung nach ihrem Ende. In: Jahrbuch für Pädagogik. Frankfurt/Main 2014, S. 237-265.

Noras Linktipps:

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Episode 147: Prächtig mächtig

Liebe Was-denkst-du-denn?-Community, liebe Menschen, die durch den Podcast-Entdecker Newsletter des BR hier auf der Seite gelandet sind.

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Jetzt ist sie endlich da! Die frische Folge „Was denkst du denn?“.

Rita wollte mal wieder ganz strukturiert und vorbereitet über ein Thema sprechen und hat sich deshalb das Thema „Macht“ gewünscht. Ein Fass(t) ohne Boden! Deshalb versuchen wir uns in dieser Folge erst mal einen Arbeitsbegriff von „Macht“ zurechtzulegen – um ihn dann in Folge zwei gnadenlos zu dekonstruieren. Oder so.

Worin liegt eigentlich Macht? Wer übt sie aus und wem gegenüber? In diesen beiden Fragen liegen schon zwei von sehr vielen möglichen Antworten. Macht hat etwas mit Beziehungen zu tun. Aber auch mit Diskurs. Und natürlich spielen auch menschengemachte Strukturen eine Rolle. Wir haben macht strukturell auf eine bestimmte Weise eingerichtet – und könnten sie – theoretisch – jederzeit auch wieder anders einrichten.

Ritas Literaturliste:

  • Arendt, Hannah (2008): Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus. 5. Auflage. München: Piper.
  • Butler, Judith (2001): Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Frankfurt/Main: Suhrkamp.
  • Fink, Eugen (1995): Grundphänomene des menschlichen Daseins. (Hier vor allem: Kapitel 17 und 18) 2. Auflage. Freiburg i.Br. und München: Verlag Karl Alber.
  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. 9. Auflage. Frankfurt/Main 1994.
  • Kleve, Heiko (2011): Vom Erweitern der Möglichkeiten. In: Pörksen, Bernhard (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. Wiesbaden: VS Verlag, S. 506–519.
  • Kraus, Björn/ Krieger, Wolfgang (Hrsg.) (2021): Macht in der Sozialen Arbeit. Interaktionsverhältnisse zwischen Kontrolle, Partizipation und Freisetzung. 5. Auflage. Detmold: Jacobs Verlag.
  • Kraus, Björn/ Sagebiel, Juliane (2021): Macht in der Sozialen Arbeit. In: socialnet Lexikon. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/4143 [Datum des letzten Abrufs: 01.02.2024]
  • Nietzsche, Friedrich: Zur Genealogie der Moral. Verfügbar unter: http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/GM (Datum des letzten Abrufs 01.02.2024)
  • Staub-Bernasconi, Silvia (2019): Menschenwürde – Menschenrechte – Soziale Arbeit. Die Menschenrechte vom Kopf auf die Füße stellen. Opladen & Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Staub-Bernasconi, Silvia (2021): Macht und (kritische) Soziale Arbeit. In: Kraus, Björn/ Krieger, Wolfgang (Hrsg.): Macht in der Sozialen Arbeit. A.a.O., S. 367–392.

Vorheriger Post Stand 25. Januar 2024

Das ist jetzt irgendwie doof gelaufen, ne, ausgerechnet dann keine frische Folge am Start zu haben, wenn so viele Menschen neu auf die Seite kommen. Aber: Keine Sorge, es gibt neue Folgen und es geht – natürlich – weiter. Nämlich am 9. Februar. Im Januar haben uns leider diverse Viren und Bakterien ein Bein gestellt. Die gute Nachricht: Auch unsere „alten“ Folgen bleiben aktuell. Versprochen.

Also schaut doch gerne mal hier vorbei – alles Folgen, die trotz älteren Datums immer noch gut zur aktuellen Situation passen

Also, herzlich willkommen an alle Neuen und bis ganz bald hier oder im Podcatcher eurer Wahl!

Nora und Rita

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Episode 146: Glaubst du?

Was ist eigentlich Glauben? Und was unterscheidet den philosophischen Glauben zum Beispiel vom religiösen Offenbarungsglauben und der Esoterik? Denn obwohl viele Menschen aus den Kirchen austreten – auf der Suche nach Orientierung durch Glauben sind sie weiterhin. Viele suchen daher Zuflucht in anderen Glaubensgemeinschaft oder Sekten. Oder ersetzen ihre verlorene Bindung durch anderes.

Wir versuchen in dieser Folge eine Abgrenzung, gehen auf die Suche nach Motiven für den Glauben an Esoterik und stellen die These auf, dass sich dem Glauben immer auch die Suche innewohnt und er sich deshalb kritisieren und befragen lassen muss.

Ritas Literaturliste:

  • Altmeyer, Stefan: „‚Dass einer fiedelt, soll wichtiger sein, als was er geigt“ (Th. W. Adorno) – Religion und Bildung unter den Vorzeichen einer ‚Theorie der Unbildung‘. Abrufbar unter https://ub01.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/90944/Altmeyer_058.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Datum des letzten Abrufs: 30.11.2023)
  • Barth, Claudia: Esoterische Selbsthilfe: Neue Wege zu Selbstsorge und Empowerment oder Preisgabe von Selbstbestimmung? In: Bildungsforschung Jahrgang7, Ausgabe 1/2010.
  • Frost, Ursula: Einigung des geistigen Lebens. Zur Theorie religiöser und allgemeiner Bildung bei Friedrich Schleiermacher. Paderborn 1991.
  • Jaspers, Karl: Der philosophische Glaube angesichts der christlichen Offenbarung. In: Philosophie und Christliche Existenz. Festschrift für Heinrich Barth zum 70. Geburtstag. Hrsg. von Gerhard Huber. Basel/Stuttgart 1960.
  • Jaspers, Karl: Karl Jaspers: Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung. München 1962.

Noras Link- und Literaturtipps:

  • Anouk, Misha: Goodbye Jehova – Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ. Hamburg 2014.
  • Lamberty, Pia / Nocun, Katharin: Gefährlicher Glaube – Die radikale Gedankenwelt der Esoterik. Köln 2022.
  • Bücheler,Stefan / Halser, Marlene / Klingner, Susanne: Just Love – Bhakti Margas Guru und sein Geheimnis. Podcast. ARD Audiothek. Erstveröffentlichung: 10.01.2022 (Datum des letzten Abrufs: 08.12.2023)

Songs zum Thema:

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Episode 144: Der Fixpunkt flottierender Wesen

Eva von Redecker hat ein Buch über Bleibefreiheit geschrieben. Rita hat es gelesen und deshalb diskutieren wir über den Freiheitsbegriff aus der Perspektive des Bleibens. Im realen Leben, aber auch in solzialen Netzwerken. Wo wollen wir bleiben. Wo können wir bleiben?

Die Fragen nach der Bleibefreiheit sind auf vielen Ebenen drängend. Denn unsere Freiheiten haben Grenzen, die wir nicht einfach verschieben können. Wir haben zum Beispiel aufgrund unserer physiologischen Beschaffenheit nicht die Freiheit, einfach auf den Mond auszuwandern. Oder als Menschen da zu leben, wo es zu heiß oder zu kalt für uns ist. Vor dem Hintergrund stellt sich auch in der aktuellen Debatte um das Weltklima die Frage: Wo können wir noch bleiben?

Aber auch im Digitalen erleben wir eine Art Klimawandel. Hier stellt sich genauso die Frage danach, wo wir bleiben wollen oder können. Und wie wir unsere Welt im Digitalen gestalten möchten, damit möglichst viele bleiben können.

Ritas Literaturliste:

  • Von Redecker, Eva: Bleibefreiheit. Frankfurt/Main 2023.
  • Arendt, Hannah: Die Freiheit, frei zu sein. München 2018.
  • Bourdieu, Pierre: Die verborgenen Mechanismen der Macht. Schriften zu Politik und Kultur 1. Hrsg. von Margareta Steinrücke. Hamburg 2015.
  • Pfister, Jonas: Texte zur Freiheit. Stuttgart 2014.
  • Sen, Amartya: Ökonomie für den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft. München 2000.

Noras Linkliste:

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Episode 143: Zugemerkt und aufgehört

Da haben wir seit so vielen Jahren einen Philosophie-Podcast und das naheliegendste Thema haben wir links liegen lassen. In dieser Folge geht’s ums Hören. Und weil das ein weites Feld ist, lassen wir uns vom Gespräch treiben, hören uns mal mehr und mal weniger gut zu, sind stets bemüht verlieren aber nie die Lust am Scheitern.

Denn natürlich scheitern Nora und Rita regelmäßig selbst am Zuhören oder auch auf den Punkt kommen. Was also tun, wenn zuhören schwer fällt? Und wie hören wir eigentlich in uns rein, wenn da eigentlich gar kein Ton ist? Und können wir unseren Ohren in einer Welt voller KI-generierten Stimmen überhaupt trauen – konnten wir das je? All diesen Fragen gehen wir in dieser Folge nach.

Ritas Literaturliste:

  • Behrens, Joachim Ernst: Nada Brahma. Die Welt ist Klang. Berlin 2021. [Original 1983]
  • Moszkowski, Alexander: Das Geheimnis der Sprache. Essays. Hier: Das dritte Ohr. Abrufbar unter https://www.projekt-gutenberg.org/moszkows/sprache/chap016.html (Datum des letzten Abrufs: 08.09.2023) [Original 1923]
  • Nietzsche, Friedrich: Basler Vorträge „Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten“ V. In: KSA, Band 1. Hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin, New York 1999.
  • Nietzsche, Friedrich: Jenseits von Gut und Böse. In: KSA, Band 2. Hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin, New York 1999.
  • Rora, Constanze: Ästhetisches Hören – Theoretische und didaktische Dimensionen auditiver Wahrnehmung in der Ästhetischen Bildung. 2012. Abrufbar unter https://www.kubi-online.de/stichwort/aesthetisches-hoeren (Datum des letzten Abrufs: 08.09.2023)
  • Rosa, Hartmut: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Körperliche Weltbeziehungen. Hier vor allem: Teil I.II.4 „Stimme, Blick und Antlitz“. Berlin 2016, S. 83-143.
  • Stöckler, Eva Maria: Musik hören – Zeit für den Augenblick haben. Ästhetische Wahrnehmung, Erfahrung und Bildung in der digitalen Gegenwart. Magazin erwachsenenbildung.at, 2104. Abrufbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2014/9178/pdf/Erwachsenenbildung222014StoecklerMusik_hoeren.pdf (Datum des letzten Abrufs: 08.09.2023)
  • Waldenfels, Bernhard: Das leibliche Selbst. Frankfurt/Main 2000. S. 379-393.

Noras Filmtipp:

Spotify-Playlist zur Folge:

Die Songs:

  • „Nur ein Wort“ – Wir sind Helden
  • „Enjoy the silence“ – Depeche Mode
  • „Silence is golden“ – The Tremeloes
  • „Don’t speak“ – No Doubt
  • „It’s oh so quiet“ – Björk
  • „Nur die Musik“ – Joris
  • „Monoton“ – Anna Depenbusch
  • „Alles endet (aber nie die Musik)“ – Casper
  • „Still“ – Jupiter Jones
  • „4’33“ – John Cage
  • „Little Talks“ – Of Monsters and Men
  • „Worte fehlen“ – Farin Urlaub Racing Team
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Episode 142: Erschöpfung

Ehrlich gesagt: Am Rande ihrer Kräfte waren viele Menschen schon vor der Corona-Pandemie. Währenddessen ist es für viele kein bisschen besser geworden, sondern eher schlimmer. Vor allem für Menschen in den Bereichen Care, Pflege und Erziehung.

Inzwischen sind wir wieder zurück in einer vermeintlichen Normalität. Und die Erschöpfungsursachen durch die Pandemie? Sind kein Thema mehr. Wir halten uns an greifbarere Erklärungen. Eine davon ist die Arbeitsbelastung. Und interessanterweise ist Erschöpfung im Kontext von Arbeit ja eher positiv konnotiert. Was machen wir also mit dem Erschöpfungsbegriff der Gegenwart?

Ritas Literaturliste:

  • Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München. 2002.
  • Han, Byung-Chul: Müdigkeitsgesellschaft. Berlin. 2010.
  • Ehrenberg, Alain: Das erschöpfte Selbst – Depression und Gesellschaft in der Gegenwart. Frankfurt. 2015.
  • Merleaut-Ponty, Maurice: Das Auge und der Geist. Hamburg. 2003
  • Menke, Christoph / Rebentisch, Juliane [Hrsg.]: Kreation und Depression – Freiheit im Gegenwärtigen Kapitalismus. Berlin. 2012.

Noras Podcast- und Literaturtipps:

  • El Ouassil, Samira / Karig, Friedemann: Erzählende Affen. Mythen, Lügen, Utopien – Wie Geschichten unser Leben bestimmen. Berlin. 2021.
  • El Ouassil, Samira / Karig, Friedemann: Piratensender Powerplay. Selfhosted Podcast. Wöchentlich.
  • El Ouassil, Samira / Stenger, Christiane: Sag niemals Nietzsche. Audible. 2019.
  • Hespers, Nora / Wolff, Matthias: Sport und Klima 4 – Amateursport. WDR Sport inside Podcast. ARD Audiothek. 2023
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Episode 139: Der sanfte Wellengang des Lebens

Tendenz zum Anhedonismus – das klingt irgendwie ziemlich nach Spaßbremse. Da stellt sich natürlich die Frage: Bei welchem Spaß bremst man denn da? Denn Hedonismus hat in unserer Gesellschaft nicht den besten Ruf. Gut, dass die Philosophin Rita Molzberger da die Begrifflichkeiten mal grade rückt.

Anhedonismus hat nicht nur eine philosophische, sondern auch eine psychologische Dimension. In der geht es nicht darum, an bestimmten Sachen keinen Spaß zu haben, sondern ganz grundsätzlich eine tiefe, innere Freudlosigkeit zu erleben. Eine Dimension, für die weder Rita noch Nora Expertinnen sind. Die in diesem Sinne aber wichtige Hinweise auf die psychische Verfasstheit eines Menschen geben kann. Wir wollen uns in dieser Folge mit der philosophischen Dimension von Hedonismus beschäftigen. Und der Frage: Was ist in diesem Sinne eigentlich Anhedonismus? Und warum hat der Hedonismus heute – anders als in verschiedenen Denkschulen der griechischen Philosophie der Antike – einen so schlechten Ruf?

Ritas Literaturliste:

  • Bächli, Andreas/ Graeser, Andreas: „Glück“. In: Grundbegriffe der antiken Philosophie. Ein Lexikon. Stuttgart 2000, S. 97-99.
  • Benjamin, Walter: Exkurs über die Melancholie. Aus ‚Ursprung des deutschen Trauerspiels‘. In: Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016, S. 181-203. Boethius, Anicius Manlius Severinus: Trost der Philosophie. Hrsg. von – Marie Luise Gothein. Berlin 1932.
  • Honneth, Axel: Wurzeln des modernen Hedonismus. In: Schöttker, Detlev (Hrsg.): Philosophie der Freude. Von Freud bis Sloterdijk. Leipzig 2003, S. 106-114.
  • Kassel, Rudolf: Untersuchungen zur griechischen und römischen Konsolationsliteratur. München 1958.
  • Schöttker, Detlev (Hrsg.): Philosophie der Freude. Von Freud bis Sloterdijk. Leipzig 2003
  • Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016.
  • Sontag, Susan: Im Zeichen des Saturn. In: Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016. S. 204-227.
  • Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. München 2003.

Ritas Playlist:

  • Casper: Alles war schön und nichts tat weh.
  • Danger Dan: Eine gute Nachricht.
  • Die höchste Eisenbahn: Der Himmel ist blau (wie noch nie)
  • Kummer feat. Fred Rabe: Alles wird gut.
  • Walk off the earth: Little boxes.
  • Wir sind Helden: Müssen nur wollen.

Für alle mit Spotify-Account haben wir hier unsere Playlist zur Folge.

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