Episode 36: Die Bilanz am Ende aller Tage

Zitat Rita: "Wenn ich zu wenig Liebe bekommen habe, bringt mir das was, wenn ich einen Bungalow erbe?"

Klar, wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist da erstmal Trauer. Und natürlich gibt’s ne Menge Dinge zu regeln. Die Nummer mit dem Erben kommt – rein rechtlich gesehen – erst etwas später. Aber genau das ist der Punkt an dem Familienangehörige nicht selten anfangen zu streiten. Warum eigentlich? Geht es da wirklich nur um die Kohle? Darum, was abzukriegen, mitzunehmen oder zu behalten? Rita und Nora wollen das genauer wissen und haben sich dafür einen Gast dazugeholt: Die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer. Was schulden Eltern ihren Kindern eigentlich nach ihrem Ableben? Was passiert da bei den Kindern. Und worum geht es wirklich, wenn ums Erbe gestritten wird? Denn häufig geht es gar nicht so sehr um die Sache, sondern eher darum, emotional zu kurz gekommen zu sein.

Rita, Nora und Uli diskutieren über den Unterschied von Hunger und Gier, über Fülle und Leere und auch über den Generationenvertrag, der heute individuell verhandelt werden muss. Das geht aber nur dann, wenn wir der Sterblichkeit ins Auge sehen. Und wenn wir die Angelegenheiten mit unseren Eltern klären, bevor sie sich selber nicht mehr dazu äußern können. Und genau das ist oft gar nicht so einfach.

Ritas Literaturliste:

  • Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2. Göttingen: Nomos. 1983.
  • Brumlik, Micha: Zurückhaltung und Fügung ins Beschiedene. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2004.
  • Frost, Ursula: „Generation“. In: Dies. et al. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Pädagogik für eine Moderne im Aufbruch. Band 1. Paderborn: Schöningh. 2008.
  • Gerarts, Katharina: Familiäre Erziehung aus Kindersicht. Eine qualitative Studie unter der Berücksichtigung von Macht in der generationalen Ordnung. Wiesbaden: Springer VS. 2015.
  • Hamsun, Knut: Hunger. Übertragen ins Deutsche von J. Sandmeier und S. Angermann. München: rororo. 1959.
  • Keese, Christoph: Die Suche nach dem Mehr. Bescheidenheit und Habgier im globalen Kapitalismus. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.
  • Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Grundzüge der Erziehungskunst (VL 1826). In: Winkler, Michael/ Jens Brachmann (Hrsg.): Kommentierte Studienausgabe. Texte zur Pädagogik. Band 2. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 2000.
  • Ziegler, Jean: Gier gegen Vernunft. In: ZDF Nachtstudio (Hrsg.): Tugenden und Laster. Gradmesser der Menschlichkeit. A.a.O.

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2 COMMENTS

  1. Lena | 27th Mai 18

    Was mich bei dem Thema so ein bisschen stört, ist die Erbreihenfolge bei Patchworkfamilien.
    Ja, ich und mein Bruder erben 50% von meinem Vater, wenn er stirbt, die anderen 50% gehen an seine zweite Frau. Wenn die aber stirbt, erben wir nichts und das ganze Geld geht an ihre beiden Töchter.
    Und das finde ich unfair, vor allem, weil ich momentan auch schon das Gefühl habe, dass die beiden öfter mal mehr von ihm bezahlt bekommen, als wir.

    • nora@wddd | 27th Mai 18

      Liebe Lena, vielen Dank für dein Feedback! Das ist im Prinzip das, was wir meinen, wenn wir sagen: Gesetze klären das Rechtliche, aber eben nicht das Emotionale. Und da kommen dann tatsächlich ELtern und Kinder ins Spiel. Gerade bei Patchwork-Familien sollten sich deshalb Eltern und Kinder mal an einen Tisch setzen. Oder zumindest die Eltern sich Gedanken machen, wie sie die Dinge so organisieren, dass eben nicht die gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt. Das geht zum Beispiel mit einem Testament.
      Hier gibt es zumindest mal eine kleine Anregung dazu: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/eltern-kuemmert-euch-fallstricke-beim-erben

      Ganz herzliche Grüße

      Nora vom WDDD-Podcast

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